Ein frischer Wind treibt die letzten Weihnachtsbäume durch die Straßen. Traurig sehen sie aus, vielleicht weil sie in diesem Winter keinen Schnee gesehen haben. Ansonsten ist alles wie immer, das Jahr geht so dahin und ich frage mich, was denn neu ist? Eigentlich ist alles beim Alten. Die Kanzleien suchen Notarfachangestellte mit langjähriger Berufserfahrung im Immobilien- und Gesellschaftrecht, gute Englischkenntnisse sind von Vorteil. Ich habe eine (1) Bewerberin, der ich mindestens 22 gut dotierte Jobofferten der Berliner Notariate unterbreiten kann. Aber wer weiß, vielleicht wechselt sie ja auch in eine Behörde oder eine Immobilienfirma. Sie hat nur die Qual der Wahl. Der Markt hat sich gedreht, man könnte auch sagen, er ist gekippt. Aber das ist nicht neu. Wer dennoch hofft, dass dieses Problem schmilzt wie der Schnee von gestern, wird auch im kommenden Jahr sagen: Alles nicht neu…

Auch nicht neu, aber tatsächlicher Schnee von gestern, ist die Beschreibung des wachsenden Konkurrenzdrucks unter Anwälten, so wie hier im aktuellen Newsletter Karriere-Jura vom Februar 2016. Beim Lesen stolpert man allerdings über folgende Mutmaßung: „Was das Jahr 2014 allerdings konkret bringen wird, kann dir niemand mit Sicherheit sagen.“ Es folgt eine Prognose des Audimax zum Arbeitsmarkt für Juristen 2011 und die Personalplanung ausgewählter Unternehmen vom gleichen Jahr. Gekrönt wird dieser Zukunftsausblick mit den Arbeitslosenzahlen 2009 unter den Juristen ohne Richter, Staatsanwälte oder sonstige Beamte. Man muss die Zahlen nicht mit den aktuellen Zahlen vergleichen, denn es ist alles nicht neu. Und eins ist sicher: „Das Jura- Studium erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.“