ReNo

Schuhverkäuferin oder ReNo?Falls Sie bei dem Wort „RENO“ an die rote Leuchtreklame des gleichnamigen Schuhfilialisten denken, liegen Sie falsch. Nein, die ReNo ist keine Schuhverkäuferin, obwohl das tatsächlich sogar einige Mitarbeiter der Agentur für Arbeit noch immer annehmen. Aber ReNo ist die gängige Abkürzung für die juristischen Fachangestellten von Rechtsanwälten und Notaren. Die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten führt de facto ein Doppelleben zwischen Rechtsanwalt und Notar. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass es historisch bedingt in einigen deutschen Amtsbezirken Anwaltsnotare gibt. Die Doppelfunktion des Rechtsanwalts, der im Nebenberuf Notar ist und eine Amtsfunktion ausübt, stellt auch an seine ReNo zweifache Anforderungen. Die Praxis gestaltet sich deshalb doch eindeutiger, die ReNo entscheidet sich meist schon in der Ausbildung, ob sie lieber Re oder No ist. Leider fällt die Entscheidung zwischen Anwaltsassistenz und Notariat meist zugunsten des Anwalts und so gibt es wenig ReNos, die tatsächlich auch ad hoc im Notariat arbeiten könnte. Obwohl beide Berufe in der Grundausbildung gleich sind, unterscheiden sie sich doch in wesentlichen Arbeitsprozessen, in der Gebührenordnung und in der Arbeitsorganisation. Wenn es angesichts des Mangels im Notariat auch wünschenswert wäre, die Berufe der ReFa und NoFa lassen sich nicht beliebig austauschen. Mit viel Engagement, Fortbildung und Unterstützung kann sich eine ReNo aber für das Notariat fit machen.