Wie aus der Recruiterin eine Gründelente wurde.

Gründelente

Ich weiß, es gibt keine Gründelenten, aber ich bin wohl eine. Viele Wasservögel beherrschen die Technik der Nahrungssuche unter Wasser, indem sie einfach nach vorne über kippen. Die großen Schwäne mit ihrem langen Hälsen sind in tieferen Gewässern natürlich wieder klar im Vorteil. Aber was bleibt der Ente, wenn die fette Entengrütze auf dem See weggeschanttert ist. Sie kippt vorne über und wühlt mit dem Schnabel den Schlamm auf. In der Hoffnung, dass sich in der trüben Brühe irgendetwas Verwertbares zur Nahrungsaufnahme finden lässt, steckt sie fast den ganzen Tag samt Kopf und Hals im Wasser. Das nennt man gründeln. Da unten trifft sie dann auf diese  am Boden lebenden Fische, die mit ihrem komisch geformten breiten Maul ständig den Boden absaugen. Also bleibe ich bei der Gründelente.

Mit dem Kescher zu neuen Ufern

Als ich vor 11 Jahren als Recruiterin im juristischen Assistenzbereich meine Netze auswarf, hatte ich den Kescher als Sinnbild meiner Tätigkeit. Vorsichtig, aber durchaus mit Schwung und Elan, habe ich meine Kandidaten aus dem Teich gehoben.  Nach gewissenhafter Begutachtung und sorgsamer Behandlung habe ich sie an neue Ufern gebracht oder ihnen in größere Gewässer geholfen. Manche habe ich aus einem Strudel oder Sog befreit und wieder in ein klares Wasser und eine schönere Umgebung versetzt.

Am Boden angekommen

Ein Jahrzehnt später stehe ich selbst knietief im Wasser. Ich gründele! In der Hoffnung, dass sich in dem Teich noch irgendetwas bewegt. Aber der Nachwuchs ist spärlich, viele schaffen es auch gar nicht bis an die Oberfläche. Ein Berufsbild, das, wie das der ReNoPat, seit Jahren rückläufige Ausbildungszahlen, steigende Abbruchraten und sinkende Notendurchschnitte aufweist, ist längst bei der Agentur für Arbeit als Problemfall gelistet. Jeder Ausbildungplatzsuchende, egal ob geeignet oder nicht, bekommt die Empfehlung zur ReNo-Ausbildung.  Jeder Anspruchsberechtigte für eine Umschulung bekommt eine ReNo-Empfehlung.

„In dem Beruf der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten wird immer gesucht, da bekommst auch du einen Job.“

Und so wächst die Zahl derer, die da unten am Grund rumdümpeln und nie ohne Hilfe an die Oberfläche kommen werden. Am Ufer des Teiches, in der sichtbar untergehenden Abendsonne, sitzen übrigens dicht gedrängt die Rechtsanwälte. Die Notare haben vor allem am Nordufer Position bezogen, die Patentanwälte eher an der Südseite, im Westen liegen die Sachwalter der Insolvenzrechtskanzleien auf der Lauer und im Osten verstecken sich die Immobilienfirmen und der öffentliche Dienst. Alle warten. Sie warten übrigens schon über ein Vierteljahrhundert darauf, dass sich der Teich wieder füllt und sie hoffen vor allem auf junge, flinke Nachwuchskräfte.  Die, die sie schon mehrmals im Kescher hatten, und dann nach einer Befristung, Probezeit oder Zeitarbeit wieder zurückgekippt haben, wollen sie natürlich nicht mehr.

Trübe Aussichten

Aber sie wollen auch nicht selber gründeln. Dafür gibt es ja Recruiter und Headhunter. In der Hoffnung, dass wenigstens ein Personalvermittler einen Fang anschleppt, werden gleich mehrere ins Rennen geschickt. Die locken dann ihrerseits mit Wasser und Obstkorb. Man merkt, dass sie den Lebensraum der ReNoPat oft wenig kennen. Aber der Schnellste gewinnt. Einfach den Lebenslauf oder gleich das xing-Profil hinschicken und dann gucken, ob man der Erste war. Nun, seit einiger Zeit ist der Boden sehr aufgewühlt, das Wasser ist trübe und die schlauen Kandidaten verstecken sich gekonnt im Schilf oder wandern in einen anderen Teich ab.

Aber die Gründelente kennt natürlich die Verstecke und sie geht ab und zu mal schnattern.


P.S. Schön wäre es natürlich, wenn die Berufsträger auf ihren Uferbänken mal mitsingen würden.

 

1. Wirtschaftsjuristentag: Rück- und Ausblicke einer jungen Berufsgruppe

DSC_0013Wenn Absolventen des ersten Jahrgangs eines Fachbereichs  genau 15 Jahre später neben ihren ehemaligen Profs im Seminarraum sitzen, dann ist dies ein gutes Zeichen und vielleicht der Anfang für ein jährliches Alumnitreffen der Wirtschaftsjuristen an der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen.

Akzeptanz und Selbstverständnis

Der, aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Fachbereichs Wirtschaftsrecht stattfindende, 1. Wirtschaftsjuristentag  war aber kein gewöhnliches Ehemaligentreffen, es war eine profunde Bestandsaufnahme. Denn als man vor 22 Jahren in Mainz das wirtschaftsjuristische  Studium in Deutschland ins Leben rief, war in keiner Weise abzusehen wo, wann und wie die damals noch auf Diplom studierenden Wirtschaftsjuristen einmal „unterkommen“ würden. Aber genau um die Beantwortung dieser Frage ging es dem Dekan des Fachbereichs Wirtschaftsrecht, Professor Bernhard Bergmans, der am 25.09.2015 neben Professoren anderer wirtschaftsjuristischer Ausbildungseinrichtungen vor allem die Absolventen nach Recklinghausen rief. Es kamen nicht alle, der inzwischen 25.000 berufstätigen Absolventen und auch nicht von allen der über 40 Hoch- und Fachschulen, die den Bereich Wirtschaftsrecht in der Zwischenzeit für sich entdeckt haben, aber es war ein gelungener Anfang.

Nach einigen in den letzten Jahren erfolgten Analysen, Befragungen und Statistiken zur Arbeitsmarkt- und Berufsakzeptanz des Wirtschaftsjuristen war es nun an der Zeit, persönliche Erlebnisberichte, Erfahrungen und Best Practice zu sammeln. Denn es ist zwischenzeitlich etwas ruhig geworden, um den interdisziplinären Studiengang zwischen Wirtschaft und Recht. Die offenen Angriffe der Volljuristen haben sich gelegt, die Universitäten bilden in der Zwischenzeit selbst Wirtschaftsjuristen aus, die Kultusministerkonferenz fordert die weitere Diversifizierung der juristischen Ausbildung und die Arbeitgeber haben den Wirtschaftsjuristen zumindest schon einmal als kostengünstige Alternative zum Volljuristen erkannt. Was geblieben ist, ist die immer noch verbreitete Unkenntnis über Ausbildungsinhalte und Einsatzmöglichkeiten der Juristen ohne Examensprüfung und Anwaltszulassung. Zugute halten muss man den Unternehmen und Personalern, dass die Zahl und Verschiedenartigkeit, insbesondere der Masterstudiengänge, kaum zu überblicken ist. Hier sind die Hochschulen im Werben um die zukünftigen Studenten wohl in ihrem Wunsch nach Einmaligkeit etwas über das Ziel hinaus geschossen. So ist auch die Anmerkung zu verstehen, dass es eher schwer ist, sich beim Hochschulwechsel Studienergebnisse anerkennen zu lassen. Aber hier kann der Austausch zwischen den als Tagungsreferenten geladenen Professoren aus Wismar, Kassel, Heilbronn und Pforzheim sowie die Wirtschaftsjuristische Hochschulvereinigung sicher Abhilfe schaffen. Der Wunsch nach Austausch und Vernetzung war von allen Beteiligten klar zu spüren, wenn es auch noch an tragfähigen Strukturen fehlt. In diesem Punkt ist der Studiengang noch ganz am Anfang. Aber Austausch und Selbstverständnis sind unverzichtbar. Der Wirtschaftsjurist ist eben kein klar definierter Beruf, nicht einmal eine geschützte Bezeichnung. Der Wirtschaftsjurist wird erst dann dauerhaft und vor allem seinem Wissen nach adäquat eingesetzt, wenn sein Berufsprofil klar erkennbar ist. Zugegeben, es ist eine Herausforderung und es birgt auch Gefahren, das Profil eines interdisziplinären Studiengangs genau zu schärfen, aber es ist andererseits die einmalige Chance, sich gegenüber dem breit aufgestellten Volljuristen zu positionieren. In den Diskussionen kam deshalb mehrmals die Frage auf:

Was erwartet die Wirtschaft von unseren Absolventen, welche Ausbildungsinhalte müssen wir aufnehmen, um zukunftsfähig zu bleiben?  

Bei der Komplexität, Divergenz und Internationalität unserer Wirtschaft läuft man Gefahr, sich zu sehr zu verzweigen und auch auf Entwicklungen aufzuspringen, die viel zu kurzlebig sind, als das das Bildungssystem darauf überhaupt reagieren könnte. Andererseits muss man die Studenten aber auch lenken und ihnen zeigen, in welchen Bereichen, sie dringend gebraucht werden. Um zukunftsfähig zu bleiben, ist es heute auch für Hochschulen unabdingbar, sich mit gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen und vorauszudenken. Dabei geht es aber nicht nur um das Definieren von Arbeitsfeldern, sondern vielmehr darum,  die Kompetenzen der Zukunft zu erkennen und zu vermitteln. Das, was mit dem Wort „Soft Skills“ mehr erschlagen als beschrieben wird, ist der eigentliche Mehrwert des Wirtschaftsjuristen gegenüber dem Volljuristen. Wer für den Staatsdienst ausgebildet wird, ausschließlich am Fall arbeitet, seine Jugend in der Bibliothek und mit Beck online verbringt und selbst seinen Urlaubsbericht (samt Klage wegen Verspätung  des Fliegers und Baulärm in Hotelnähe) im Gutachtenstil verfasst, der hat zugegeben im Unternehmen einige Anpassungsschwierigkeiten. Hier liegt die Chance des Wirtschaftsjuristen. Vorausgesetzt, er hat die im Unternehmen unverzichtbaren Kompetenzen erworben oder weiß zumindest, worauf es ankommt. Dass Unternehmen im Bereich Compliance Wirtschaftsjuristen bevorzugen, ist keine Kostenfrage. Im Compliance geht es um Prozesse, um Steuerung, um Projekte und um Kommunikation auf allen Unternehmensebenen. Hier ist der Wirtschaftsjurist klar im Vorteil, wenn er auf diese Arbeitsweise bereits vorbereitet wurde. Wenn Bachelor- und Masterstudenten an den Fachhochschulen andererseits Probleme mit dem Verfassen der wissenschaftlichen Abschlussarbeiten haben, dann liegt es vielleicht auch daran, dass sie von Praktikern gelernt haben.

„Wissen. Was praktisch zählt.“

Dies steht auf der Tagungsmappe des 1. WiJu-Tages. Es ist zu wünschen, dass man sich diesem Slogan treu bleibt und sich noch mehr abgrenzt vom klassischen Nur-Juristen. Die Absolventen brauchen diese Abgrenzung, sie brauchen neben dem eigenen Selbstbewusstsein, das Selbstverständnis ihres Berufsstandes. Erst, wenn sie sich nicht mehr rechtfertigen, warum sie nicht Voll-Juristen sind, sondern ganz selbstverständlich davon sprechen, dass sie inhaltlich und praktisch für die Wirtschaft ausgebildet wurden, werden sie die Positionen im Unternehmen bekommen, die sie verdienen – und entsprechend verdienen. Inwieweit das bereits gelungen ist, ist in dem Tagungsband „Zwanzig Jahre Wirtschaftsjuristenausbildung“ detailliert beschrieben. Ein Dank an dieser Stelle dem Herausgeber Prof. Bernhard Bergmans und dem Logos Verlag Berlin. Der Band wird bis zum 2. Wirtschaftsjuristentag willkommener Anreiz sein, die Entwicklung zu beobachten und anzuschieben.

P.S. Wenn das Selbstverständnis der Wirtschaftsjuristen gereift ist, dann wird man auch in der Agentur für Arbeit erkennen, dass Wirtschaftsjuristen keine Rechtsanwalts- oder Notarfachangestellten sind. Außer dem Umstand, dass ihnen für diese Berufstätigkeiten die notwendigen Kammerprüfungen fehlen, sollen die Bachelor-  und Masterabsolventen doch nicht als schnelles Pflaster für die desolate Nachwuchssituation in den juristischen Assistenzberufen dienen. Wenn man langfristig darüber nachdenkt, Anschlussqualifizierungen für den Rechts- Notar- und Insolvenzbereich zu entwickeln, dann sollte man zunächst über die Möglichkeiten einer arbeitsteiligen und respektvollen Zusammenarbeit zwischen Volljuristen und Wirtschaftsjuristen nachdenken. Denn wo ein Mangel ist, gibt es nicht nur einen Weg, sondern auch einen Grund.

Anwaltsgehilfen, Opa und der Mindestlohn

Wie werde ich Gehilfin

Download Artikel vom 10-07-2015

Im Anwalt§universum bedient man sich zur flächendeckenden Nachwuchswerbung gern der Regionalpresse. Damit erreicht man den Azubi zwischen Märkisch Oderland und Nordhessen heute ganz bequem im Internet. Weniger medienkundige Eltern und Großeltern können die Artikel auch wie gewohnt ausschneiden, weitergeben und abheften. Da kommt Opa auch schon durch den Garten geschlurft und wirft das Hamburger Abendblatt vom 10.07.2015 auf den Kaffeetisch, es landet direkt neben dem Pflaumenkuchen.

„Hier, du weißt doch nicht, was du werden willst. Die suchen Anwaltsgehilfen. Im Nachbardorf gibt es einen Anwalt. Das ist zwar nicht üppig mit 1.300 Euro Einstiegsgehalt, aber die Rechthaberei liegt dir ja offensichtlich.“

Regina, die Enkelin, geht davon aus, dass Opa wieder mal von alten Zeiten erzählt oder im Archiv gewühlt hat und sie wird definitiv keine Gehilfin. „Hast wohl noch nichts vom Mindestlohn gehört, Opa?“

„Das gilt wohl für Anwälte nicht, denn es steht ja hier so in der Zeitung, außerdem hat das ein Herr vom Arbeitsamt gesagt. Dafür kann man sich bei der Ausbildung zwischen Gesetzestexten wohlfühlen, meint er.“

„Das muss man wohl dann auch bei dem Lohn. Vor allem sollte man die Gesetze kennen, die man erlässt, zum Beispiel das MiLoG. Ich werde Jura studieren, bist du zufrieden?“

Opa schlägt mit der Zeitung nach den Wespen. „Hier steht, dass ein Anwalt ohne Fachangestellten gar nicht als Anwalt arbeiten könnte.“

„Ach, deshalb wird man so fürstlich entlohnt und muss dann auch noch den Anwalt an die Fristen erinnern.“

„Diese Jugend…“ brabbelt der Alte und schlurft ins Haus. Den Zeitungsartikel legt er sorgsam in seine Schublade.

Nach zwölf Tagen, am 22.07.2015, wurde der Artikel im Netz flächendeckend berichtigt. Die Sache mit dem Mindestlohn ist nun auch den Anwälten aufgefallen und wurde auf den Cent genau korrigiert. Genauigkeit ist übrigens wichtig in dem Beruf, das erhöht die Jobchancen, wie man lesen kann.

„Nach der Ausbildung beginnt das Einstiegsgehalt beim Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde – laut Deutschem Anwaltverein also mindestens 1473,30 Euro pro Monat.“

Aus den Anwaltsgehilfen wurden im Titel nun Anwaltsfachangestellte, was nicht korrekt, aber schon besser ist. In der ReNoPatAusbV kann man die vier verbindlichen Berufsbezeichnungen dieser Berufsgruppe übrigens nachlesen.Regina fragt sich noch, warum die zitierte Azubine im dritten Lehrjahr schon 23 Jahre alt ist. Sie wird doch nicht ihr Jurastudium geschmissen haben? Eigentlich ging es in der Pressemitteilung ja wohl um die neue Ausbildungsverordnung der ReNoPat-Berufe von 29.09.2014, die leider gar nicht hilft, wenn keiner weiß, wie man Gehilfe wird.

Sie haben Vermögen! Sie sind reich!

Vermögen, Gehalt

Ihr Kontostand sagt etwas anderes? Sie leben Monat für Monat von dem, was Sie verdienen. Sehen Sie, Sie haben Vermögen. Sie besitzen das Vermögen, Geld zu verdienen. Das Gegenteil von Vermögen ist nämlich Unvermögen und nicht etwa, nicht reich zu sein. Als Vermögen bezeichnen wir laut Duden: Anlage – nicht Geldanlage – sondern Befähigung, Begabung, Eignung, Fähigkeit, Fertigkeit, Kompetenz, Können, Kraft, Kunst, Macht, Möglichkeit, Neigung, Veranlagung, Voraussetzung. Das Wort kommt von mögen, können, etwas vermögen.

Wenn Sie jetzt denken, dass das, was Sie monatlich verdienen, wohl unmöglich dem Wert Ihrer Fähigkeiten und Ihres Könnens entsprechen kann, dann liegt das wohl eher daran, dass die Lohn- oder Gehaltsgruppen leider nicht nach den individuellen Fähigkeiten des Stelleninhabers berechnet werden. Es kann aber auch sein, dass Ihr Vermögen, eine Aufgabe besonders gut zu erledigen, gar nicht zum Einsatz kommt und Ihre Fähigkeiten gar nicht abgerufen werden. Das ist Verschwendung, nein das ist nutzlose Vergeudung von Ressourcen.

„Der größte Verlust im Leben sind nicht genutzte Fähigkeiten.“ 

Das würde Ihnen beim Geld nicht so schnell passieren. Da sorgen Sie vor und holen sich, wenn Sie die ganze Palette zwischen Geldanlage und Vermögensaufbau nicht mehr überschauen können, sogar professionelle Hilfe. Dafür gibt es speziell ausgebildete Vermögensberater. Diese Berufsgruppe kennt sich mit der monetären Bedeutung von Vermögen aus. Übrigens lassen sich ca. 6 Millionen Kunden allein von der Deutschen Vermögensberatung AG betreuen. Es ist also nicht so leicht, sein Vermögen richtig einzusetzen. Aber es geht gar nicht nur darum, das, was man besitzt, gut einzusetzen oder anzulegen. Man muss erst einmal erkennen, wo seine Schätze überhaupt verborgen sind. Das ist beim Geld nicht anders als bei den eigenen Fähigkeiten. Am Anfang steht immer die Analyse. Was ist auf der Habenseite? Auf Ihr Bankkonto haben Sie ja heute schon geschaut, wie sieht es mit Ihren Fähigkeiten aus? Mit welchen Talenten, Kompetenzen und Erfahrungen können Sie am meisten Geld verdienen und in der Zukunft Gewinn erzielen?

Sorgen Sie vor und entwickeln Sie Ihr Vermögen

Der zweite Schritt zum Vermögen ist auch hier das Ziel. Was wollen Sie erreichen? Beim Hausbau können Sie den Baufortschritt verfolgen und Sie sind dabei mit Ihrer Finanzierung ganz schön in Vorlage gegangen. Wie sieht das bei Ihren Fähigkeiten und Ihrem Wissensstand aus? Bildung ist durchaus eine Investition in die Zukunft. Wenn Sie das Vermögen auf der Wissensseite vermehren, sollte sich das auf der monetären Vermögensseite auszahlen. Das erinnert Sie gerade an diese leidige Gehaltsverhandlung. Sie haben im Vorstellungsgespräch eine gefühlte Ewigkeit über Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen gesprochen, bei der Frage nach der Gehaltsvorstellung aber haben Sie Ihren Blick gesenkt und unsicher gestammelt. Irgendwie ist Ihnen das alles unangenehm. An dieser Stelle haben Sie vielleicht gerade ein Vermögen verschenkt.

Professionelle Hilfe bei Ihrer ganz persönlichen Vermögensanalyse in Bezug auf Fähigkeiten, Talente, Kompetenzen und Wissen können Sie in einem individuellen Coaching erfahren. Sie werden sehen, dass die Kenntnis Ihres Vermögens, Ihnen ganz neue Möglichkeiten bietet. Sie werden dadurch vielleicht kein Vermögen anhäufen, aber Sie werden sich reich fühlen.

P.S. Sollten Sie schon kurz vor der Gehaltsverhandlung stehen, dann fragen Sie nach einem Gehaltscoaching.

Xing-Gruppe ReNoPat-Nachwuchsförderung gegründet

Logo Renopat 600
Die ReNoPat – ist eine Berufsgruppe von drei dualen Berufsbildern, die eigentlich vier sind. Sie umfasst die staatlich anerkannten, dualen Ausbildungsberufe der:
• Rechtsanwaltsfachangestellten
• Notarfachangestellten
• Patentanwaltsfachangestellten
• Rechtsanwaltsfach- und Notarfachangestellten
Während die Anwälte seit Jahren über Nachwuchsmangel klagen, spekulieren verschiedene Branchenvertreter bereits über die Zukunft der klassischen Anwaltsassistenz. Da weder Klagen noch Spekulationen das Nachwuchsproblem lösen, wurde diese Gruppe ins Leben gerufen. Mit ihr wurde auch das Logo geboren, es symbolisiert den Einklang der Berufe, die sich alle gemeinsam – und jede für sich – um den juristischen Berufsstand drehen.
Ziel der Gruppe ist es, das Interesse an dem Berufsbild zu wecken, Aktionen und Veranstaltungen zum Ausbildungsmarketing zu etablieren, die die Ausbildungssituation nachhaltig zu verbessern. Die Gruppe dient dem beruflichen, fachlichen und gegenseitigen Austausch von Ausbildern, Auszubildenden, Ausbildungsverantwortlichen und Interessen.
Als Moderatorin richte ich mich an alle Arbeitgeber im juristischen Bereich vom Einzelanwalt bis zur internationalen Wirtschaftskanzlei sowie an Verbände, Vereine und Unternehmen.
Die Gruppe ist offen für Schüler, Auszubildende, Studienabbrecher und alle, die wissen wollen, was denn eine ReNoPat macht.
Es ist Zufall, dass die Gruppe an einem grauen Siebenschläfer an den Start geht. Aber es ist ein gutes Zeichen, dass Berlin heute Christopher Street Day feiert. Alles ist bunt in dieser Stadt.
In diesem Sinne ist jeder herzlich eingeladen, der offen und respektvoll auf andere Menschen zugeht.
xing LogoXing-Gruppe: ReNoPat-Nachwuchsförderung  Wir freuen uns auf Sie!

Die neue ReNoPatAusbV ist da.

ReNoPatAbVHier muss ich gleich mit einer Abkürzung beginnen, denn die Verordnung über die vier (!) Monoberufe, kann man im Titel unmöglich ausschreiben, schon gar nicht, wenn man das AGG beachtet. Bloß gut, dass sich der zukünftige Auszubildende niemals die Gesetzesgrundlage seiner Ausbildung ansieht, sonst würde er womöglich bei der Aufzählung schon hinschmeißen. Aber wir haben Glück, die neue ReNoPatAbV findet man nur, wenn man überhaupt schon mitbekommen hat, dass es sie gibt. Als angehender Azubi ist es fast unmöglich davon Kenntnis zu erhalten. Berufssuchende Schüler informieren er sich auf Karrieremessen und Veranstaltungen, die von Hoch- und Fachhochschulen gemeinsam mit der IHK und der Handwerkskammer durchgeführt werden. Dass es eine Bundesrechtsanwaltskammer, eine Bundesnotarkammer und eine Bundespatentanwaltskammer gibt, das weiß ein angehender Azubi meist nicht. Allerdings machen die Kammern den Eindruck, als würde sie das nicht sonderlich interessieren. Nun könnte man meinen, das wäre ja auch eher Ländersache. Bei der RAK Berlin, um dies als Beispiel zu nennen, findet der interessierte Lehrling die Ausbildungsverordnung von 1987. Nun könnte man meinen, das wäre Sache der Berufsschule. Beim OSZ Recht und Wirtschaft Berlin, der Hans-Litten-Schule, wird auf der Startseite unter Neues u.a. auf die partielle Sonnenfinsternis verwiesen, ansonsten findet der Berliner Schulabgänger auch hier nur die 28 Jahre alte Ausbildungsverordnung. Aber es ist ja Sommer und bis zum Beginn der Ausbildung wird sich das schon geregelt haben.

Novellierung

Da hat man nun seit 2011 um die neue Verordnung der ReNoPat-Fachangestelltenausbildung gerungen und nun scheint es niemanden zu interessieren. Selbst das Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB, hängt im Netz noch bei der Novellierung fest. Dabei wurde alles schon 2014 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und das sollte ja für jeden, der ausbilden will, verbindlich sein. Und da sind wir beim eigentlichen Problem: Nicht jeder, der ausbilden will, hat auch einen passenden Auszubildenden gefunden. Und das liegt nicht am demografischen Wandel und nicht an der Generation Y oder der mangelnden Ausbildungsfähigkeit. Das liegt daran, dass man das Interesse an einer Ausbildung nicht verordnen kann. Man war sich von verantwortlicher Stelle zwar sicher, dass mit der Modernisierung auch das Interesse an dem Berufsbild steigt und damit das Nachwuchsproblem gelöst wird, aber die Praxis sieht anders aus. Man kann als Gesetzgeber eben nur die Rahmenbedingungen festlegen. Wie dieser Rahmenlehrplan dann in den Ländern, in den Berufsschulen und vor allem in den Ausbildungsbetrieben umgesetzt wird, ist dann wiederum abzuwarten. Wenn Sie nicht abwarten wollten, dann können Sie den Rahmenlehrplan der ReNoPat-Berufe hier downloaden. 

„Die Länder übernehmen den Rahmenlehrplan unmittelbar oder setzen ihn in eigene Lehrpläne um. Im zweiten Fall achten sie darauf, dass die Vorgaben des Rahmenlehrplanes zur fachlichen und zeitlichen Abstimmung mit der jeweiligen Ausbildungsordnung erhalten bleiben.“ Kultusministerkonferenz

Die Neuerungen im Kurzüberblick finden Sie in einer Handreichung des BIBB zum downloaden. 

„Wie sich die Berufsschulen auf der Basis des neuen Rahmenlehrplans in Zukunft organisieren werden, bleibt jedoch abzuwarten.“ BIBB

Tabelle Lernfelder ReNoPat

Wenn Sie der Meinung sind, dass eine Verordnung zwar gut und richtig ist, aber nun wohl doch etwas für die Umsetzung und vor allem für die Nachwuchswerbung getan werden sollte, dann sind Sie hier richtig. Lesen Sie zur Einstimmung das aktuelle Interview mit Eva Engelken im Tellerrand – Blog

Wenn Sie nicht genug bekommen können, dann gibt es hier noch einen Nachschlag zur Nachwuchssicherung ⇒

 …und ab sofort  gibt es dazu auch eine eigene Xing-Gruppe.Logo Renopat 600

Wirtschaftsjurist und Wirtschaftsanwalt – wer kennt den Unterschied?

„Alles aus einer Hand – Wirtschaftsjuristen sind Allrounder-Allround-Talente. Im Idealfall sind Wirtschaftsanwälte nicht nur exzellente Juristen, sondern auch vertrauensvolle Berater, ernst zu nehmende Gesprächspartner…“ 

Wirtschaftsjurist

Wie hier im Karriereführer Recht 1.2013 werden Wirtschaftsjuristen und Wirtschaftsanwälte gern mal in einen Topf geworfen. Und dann heißt es im Bewerbungsprozedere für den Wirtschaftsjuristen auf einmal: Halt, bis hier und nicht weiter! Die Sache erklärt sich, wenn man den Karrieresatz zu Ende liest: „Wirtschaftsanwälte sind nicht nur exzellente Juristen, sondern auch vertrauensvolle Berater.“ Nicht, dass Wirtschaftsjuristen nicht ebenso exzellent und vertrauenswürdig wären, sie sind einfach keine Berater. Punkt! Da dies kein Mangel, sondern eine Frage der Zulassung ist, ist es nützlich, sich einmal grundlegend damit auseinanderzusetzen und zwar nicht nur sprachlich, sondern in Sinne des anwaltlichen Berufsrechts.

Jeder Anwalt ist Jurist, aber nicht jeder Jurist ist Anwalt. Insbesondere ist der Wirtschaftsjurist kein Wirtschaftsanwalt, denn egal ob er sein juristisches Studium mit Diplom, Bachelor, Master oder auch Magister abgeschlossen hat, er ist kein Volljurist und kann die Zulassung zur anwaltlichen Beratung nicht erlangen. Es sei denn, er legt, so wie der Volljurist, die erste juristische Prüfung ab, begibt sich zwei Jahre in den juristischen Vorbereitungsdienst, um dann das zweite juristische Staatsexamen abzulegen und  damit die Befähigung zum Richteramt zu erlangen. Wenn Sie sich jetzt gerade fragen, was denn das Richteramt hier zu suchen hat, es geht doch um die Wirtschaft, dann kann ich nur sagen: isso. Das ist der juristischen Ausbildung in Deutschland geschuldet. Wirtschaft hin oder her, geprüft wird für den Staatsdienst. Somit ist es auch verständlich, dass der Associate einer Wirtschaftskanzlei zusätzlich einen MBA Abschluss anstrebt und sich dann zuweilen stolz Wirtschaftsjurist nennt. Nun hat er das, was auch der Wirtschaftsjurist vorweisen kann, eine  juristische und eine wirtschaftliche Ausbildung. Aber eigentlich deklassiert er sich mit der Bezeichnung Wirtschaftsjurist, denn er hat ja eine Anwaltszulassung – er ist Rechts- und Wirtschaftsanwalt und hat damit das Privileg der anwaltlichen Beratung. Trotzdem bezeichnet sich der Wirtschaftsanwalt seinen Mandanten gegenüber auch gern als Wirtschaftsjurist, obwohl er  selbst nicht in der Wirtschaft, sondern in einer Wirtschaftskanzlei tätig ist. Wenn er dann einmal die Seite wechselt und sich in einem Unternehmen anstellen lässt, dann ist er nicht mehr Wirtschaftsjurist, dann ist er Syndikus. Und der Wirtschaftsjurist? Der ist innerhalb der Rechtsabteilung kein Syndikus, sondern Justitiar, angestellter Jurist ohne Zulassung. Wenn Sie jetzt schlussfolgern, dass alle Juristen im Unternehmen, bis auf den Syndikus, wohl Wirtschaftsjuristen sind, dann muss ich Sie leider enttäuschen. Die Justiziare sind meist Volljuristen, also die mit den beiden Examen, dem Referendariat und der Befähigung zum Richteramt. Warum? Isso. Das ist zum Teil der (Un-)Kenntnis über die juristische Ausbildung in Deutschland geschuldet.

Einige Argumente von suchenden Unternehmen:

„Wir suchen generell nur Volljuristen.“

„Unsere Mitbewerber in der Branche suchen auch Volljuristen, da haben wir mal die Anzeige kopiert.“

„Wir wollen da schon sicher sein und suchen lieber einen Volljuristen.“

„Wir haben die Stellenanzeige von vor drei Jahren genommen.“

„Wir haben noch nie eine juristische Stelle besetzt, aber der Geschäftsführer wünscht sich einen Volljuristen.“

„Wirtschaftsjuristen, was machen die genau? Der Studiengang ist ja noch ziemlich neu…“

Nun, ganz so neu ist der Wirtschaftsjurist auch nicht mehr. Die Westfälische Hochschule war eine der ersten, die den Studiengang Wirtschaftsrecht ins Leben gerufen hat, sie feiert im Herbst 2015 das 20. Jubiläum und fragt sich, welche Chancen die Absolventen in der Zwischenzeit haben. Wenn Sie sich als Wirtschaftsjurist nun fragen, wie Sie denn einen Fuß in die Tür bekommen ohne die rote Karte der Zulassung zu sehen, dann kann ich Ihnen nur raten, nehmen Sie die Anzeigen, in denen ein Wirtschaftsjurist mit zwei überdurchschnittlichen Examen gesucht wird, nicht zu ernst. Bewerben Sie sich und zeigen Sie, was Sie können. Vielleicht kommt Ihnen ja das aktuelle Hickhack zum Status des Syndikus sogar zugute. Wenn Sie Hilfe brauchen, dann fragen Sie uns nach einem speziellen Bewerbungstraining für Wirtschaftsjuristen und senden Sie uns Ihre Initiativbewerbung.

Allen, die eine juristische Position zu besetzen haben, stehen wir sehr gern beratend und vermittelnd zur Seite. Der Wirtschaftsjurist in Kanzlei und Rechtsabteilung  ⇒ hier weiterlesen