ReNoPat Azubis haben ein neues Haus

ReNoPat Azubis haben neues Zuhause gefunden

Die ReNoPat Azubis haben ein neues Haus bekommen. Unter dem Dach von LegalProfession® haben die Auszubildenden der Kanzleien, Notariate und Rechtsabteilungen jetzt einen eigenen Stellenmarkt und einen Azubi Blog. Das Haus von LegalProfession® mit seinen Angeboten im Recruitment, Coaching und Consulting ist ja in den nunmehr fast 20 Jahren etwas renovierungsbedürftig. Obwohl die Auszubildenden mit ihrem Bedarf an Berufsorientierung immer ihren Platz bei LegalProfession hatten, so ist es an der Zeit, dem Nachwuchs eine eigene Plattform zu bieten. Da wir in Zeiten der digitalen Informationssuche kein Bürogebäude mehr brauchen, sondern einfach ein Haus im Internet bauen können, ist die Anschrift des neuen Hauses auch schon gefunden: Die Adresse lautet: www.renopat.de

Zielgruppengerecht – branchenfokussiert – zukunftsorientiert

Das neue Haus gehört ausschließlich den ReNoPat Azubis. Also den Auszubildenden der Berufsgruppe der Rechtsanwaltsfachangestellten, Notarfachangestellten, Patentanwaltsfachangestellten und natürlich der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Deshalb heißt die Adresse auch ReNoPat und nicht nur ReNo. Die potentiellen Auszubildenden sollen hier Informationen zur Berufsausbildung und zum Berufsalltag, zu Anforderungen, Aufgaben und Perspektiven in Kanzleien, Notariaten und Unternehmen finden – und das fängt nun einmal mit der korrekten Berufsbezeichnung an. Da es aber unmöglich ist, die korrekte Bezeichnung dieser viergeteilten Berufsgruppe in kurze, knackige Texte zu bringen, und das womöglich gendergerecht, habe ich kurzum vier Vertreter der Berufe erfunden.

Besuchen Sie Rebecca, Nora, Patrick und Reno in ihrem neuen Haus. 

Die Azubis sind noch dabei sich einzurichten. Neben dem Informationsportal mit den Angeboten zur Berufsorientierung und Bewerbung, ist die Hauptinformationsquelle der Azubi Blog. Er ist gerade erst seit zwei Tagen am Start. Es gibt sicher auch noch einige Baumängel, aber wir arbeiten dran.

 

BRAK Ausbildungsvergütung 2023

BRAK Ausbildungsvergütung 2023

Die BRAK hat die Ausbildungsvergütung 2023 für Rechtsanwaltsfachangestellte und Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte als Empfehlungen der Rechtsanwaltskammern veröffentlicht.

Empfehlungen und Unterschreitungsgrenzen

Auszubildende sind meist erstaunt, dass man bei den ReNoPat Berufen die Ausbildungsvergütung frei verhandeln muss. Schüler wissen noch nicht, dass die Rechtsanwaltsfachangestellte und ReNo zu den Freien Berufen zählt. Hier ist man nicht tarifgebunden sondern „verkammert“. Dank seiner Profession agiert der Rechtsanwalt frei am Markt und unterliegt als Mitglied der Rechtsanwaltskammer der Bundesrechtsanwaltsordnung. Die BRAO regelt das anwaltliche Berufsrecht und die BRAK beobachtet wie sich die Kammermitglieder verhalten, auch ihren Auszubildenen gegenüber. Somit ist eine unterste Grenze für die Verhandlung der Ausbildungsvergütung festgelegt. Im Einzelfall kann sie bis zu 20% unterschritten werden. Auszubildende sollten also vor der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages auf die Empfehlungsliste der BRAK schauen.

Fachkräftemangel und Flächenunterscheide

Seit Jahren ist die Zahl der Auszubildenden im Rechtsbereich stark rückläufig. Der Fachkräftemangel ist in allen deutschen Bundesländern spürbar. Dennoch ist die verhältnismäßig geringe Ausbildungsvergütung nicht der einzige Grund für die schwindende Bewerberzahl. Es ist positiv, dass die Empfehlungen der Kammern nun einen Trend nach oben setzen. Bemerkenswert sind aber die Differenzen zwischen den Kammerbezirken. Berlin liegt hier mit 1050 Euro im ersten Ausbildungsjahr erfreulicherweise mal im Spitzenfeld. Insgesamt gibt es im Bundesgebiet eine Spanne von 620 – 1100 Euro für die Auszubildenden im ersten Lehrjahr. Da lohnt sich ja fast ein Umzug, besonders wenn man zwar im Berliner S-Bahn Bereich aber trotzdem in Brandenburg wohnt.

Wohnung und Arbeitsweg sind die größten Probleme der Auszubildenden

Wie finde ich als Auszubildender eine bezahlbare Wohnung?
Mit welchem Verkehrsmittel oder Fahrzeug komme ich morgens zu meinem Ausbildungsbetrieb?
Das sind heutzutage die zentralen Fragen der Ausbildungssuchenden.

Wenn Sie als Ausbildungsbetrieb die Empfehlung für die Ausbildungsvergütung nicht unter- sondern überschreiten wollen, dann versuchen Sie es mit einem Mietzuschuss oder Tankgutschein. 

RA-Micro lädt ReNo zum Tanz

RA-Micro lädt ReNo zum Tanz

RA-Micro lädt ReNo zum Tanz. Am 07.09.2023 öffnet die Landesrepräsentanz der RA-Micro Software AG die Anwaltslounge im Cube am Berliner Hauptbahnhof für die Kanzlei-Fachkräfte und bittet die ReNo zum Tanz.

Gemeinsame Veranstaltung der RA-Micro Software AG, dem ReNo Bundesverband und ReNoSmart 

Die Fortbildungsreihe Kanzlei-Fachkräfte Update steht unter dem Motto: tagsüber Fortbilden und abends Feiern. Wie man sieht, wird Fortbilden und Feiern hier groß geschrieben. Und um die Sache noch attraktiver zu machen, sponsort die RA-Micro AG sogar die Teilnehmergebühr. Von 9:30 bis 17:45 werden am Donnerstag, dem 07.September 2023, Themen zwischen Digitalisierung, Kanzleiorganisation, Zwangsvollstreckung und RVG besprochen. Die Referenten sind Branchenkenner, live dabei, und aus Fleisch und Blut. Was erfreulich ist, denn mit KI kann man nicht tanzen. Bevor es aber zum Tanz geht, bekommen alle Teilnehmer:innen ein Teilnehmerzertifikat. Damit das :innen auch Sinn macht, sei ausdrücklich erwähnt, dass die Teilnahme der wenigen männlichen Vertreter der Berufsgruppe erwünscht ist, ja sogar erwartet wird. Die ReNo ist zwar gewohnt allein zu tanzen, wie man auf dem von Soldan ausgerichteten Deutschen Rechtsfachwirttag jährlich beobachten kann, würde sich aber gern auch einmal zum Tanz bitten lassen.

Nicht nur zum Vergnügen

Es ist übrigens sehr zu begrüßen, dass die Veranstaltung für Kanzlei-Fachkräfte hier Fortbildung und Vergnügen verbindet. Bei den zahlreichen Veranstaltungen der Anwälte und Juristen  – von Anwaltstag, Zukunftskongress und LegalTech Kongress –  gibt es selbstverständlich stets einen vergnüglichen Abschluss mit Fingerfood und gesprächsanregenden Getränken. Dort heißt das allerdings Networking und ist natürlich beruflich veranlasst. Die ReNo hat bisher nur den ReFaTag, den sie nicht selten aus eigener Tasche bezahlt. Eine Teilnehmerin berichtete mir letztes Jahr, dass ihr Anwalt die zweitägige Fortbildung (Freitag und Samstag!) nicht finanziert, wenn da abends noch gefeiert wird. Er bezahlt nicht für Vergnügen.

Fortbildungsthemen und Referenten

Digitale Kanzleiorganisation heute – mit und ohne KI
Wirtschaftspsychologe, Betriebswirt & Rechtsfachwirt René Kurtkowiak, M.Sc

Die neuen Zwangsvollstreckungsformulare und ihre Besonderheiten
Dipl.-Rechtspfleger und Obergerichtsvollzieher Jörg Hunold

Kanzleiorganisation aus der Praxis für die Praxis -Verknüpfung der analogen und digitalen Prozesse
Rechtsanwalts- und Notarfachwirtin Ronja Tietje, RENO Deutsche Vereinigung
der Rechtsanwalts- und Notariatsangestellten e.V. und Rechtsanwaltsfachangestellte Jennifer Wolff, RA-MICRO Software AG

Best of „RVG-Sprechstunde“
RA Norbert Schneider

Ich wünsche viel Input und Vergnügen!

Melden Sie sich hier rechtzeitig an:

Anmeldelink

https://wissenspool.ra-micro.de/veranstaltung/
kanzlei-wissen-update-2023/

 

RA-Micro Kanzlei-Fachkräfte Update 2023

Flyer Kanzlei-Fachkräfte Update 2023

 

Deutscher Anwaltstag 2023 nachhaltig wertschätzend

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Deutscher Anwaltstag 2023 nachhaltig wertschätzend. Der Deutsche Anwaltstag 2023 in Wiesbaden sollte uns nachhaltig in Erinnerung bleiben. Denn nachdrücklich haben die Referenten der über 70 Fachvorträge und die Moderatoren der zahlreichen Podiumsdiskussionen die Nachhaltigkeit des Rechts und der anwaltlichen Berufsausübung hervorgehoben. Zur allgemeinen Verständlichkeit des Begriffs „Nachhaltigkeit“ wurde mehrfach auf die Forstwirtschaft hingewiesen, was die Präsidentin des DAV Frau Edith Kindermann zu ihren Wurzeln im Agrarrecht führte. Die Rechtsanwältin und Notarin kämpft mit Engagement und Leidenschaft für die Digitalisierung der Justiz und den nachhaltigen Zugang zum Recht – auch in der Fläche. Bei der Beharrlichkeit der beteiligten Akteure wünscht sie sich offensichtlich eine Axt im Walde. Auf das Abholzen von nachhaltig gepflanzten Bäumen könnte in nicht geringen Maße verzichtet werden, wenn nicht in der Justiz und einigen Kanzleien digital erzeugte Schriftstücke und E-Mails immer noch sicherheitshalber ausgedruckt würden. Aber der mediale Austausch unter den Beteiligten ist bei dem digitalen deutschen Flickenteppich ein holperiger Weg.

Auf dem Weg der Digitalisierung stolpern wir oft über unsere Wurzeln

Doch die Anwaltschaft hat sich (Corona sei Dank!) der Digitalisierung schon sichtbar geöffnet. Schließlich fanden auch die ersten drei Veranstaltungstage des diesjährigen DAT wieder digital statt. Das funktionierte ganz gut, wenn dann jeder Teilnehmer das jeweilige Icon für Mikrofon und Lautsprecher gefunden hatte. Die Skripte gab es zum Download und sicherheitshalber zum Ausdrucken. Bei der Betrachtung der Präsentationen und Skripte wurde sichtbar, dass die Vorzüge der digitalen Medien doch noch nicht ganz ausgeschöpft werden. Es ist zwar erfreulich, dass einige Präsentationen neben den umfangreichen Textauszügen nun auch eingefügte Bilder zeigen, wenn dann in den Skripten die Bilder ohne erklärenden Text daher kommen, braucht man schon ein nachhaltiges Erinnerungsvermögen, um das Gesagte reproduzieren zu können. Noch schwieriger ist es, das auf dem DAT erlangte Wissen im Nachgang mit anderen zu teilen. Dabei ist doch die ortsunabhängige Wissensteilung ein unschätzbarer Vorzug der Digitalisierung. Es ist wohl noch ein langer Weg, alle auf die Straße der Digitalisierung zu bekommen.

Digitale Kanzleiorganisation und Fallbearbeitung

Digitale Angebote zur Optimierung der Kanzleiorganisation und zur Fallbearbeitung, die auch dem berufsrechtlichen Sicherheitsbedürfnis der Anwaltschaft genügen, gibt es inzwischen reichlich, wie die AdvoTec in ihrem Ausstellerbereich zeigte. Neben den vertretenden Platzhirschen der Kanzleisoftwareanbieter fand man hier eine Sonderfläche mit Start-ups, die mit digitalen Tools für eine effiziente Kanzleiorganisation aufwarteten. Vom sicheren E-Mail-Versand, über die digitale Mandatsannahme bis zur Einbindung von ChatGPT wurde dem Fachbesucher viel Entwicklerleistung präsentiert. Als Nutzer dieser innovativen Einzellösungen ist man heutzutage nicht nur Anwender, sondern auch Mitentwickler. Wobei sich die Frage stellt, was man in seiner eigenen Kanzlei tatsächlich braucht? Welchen Nutzen bringen die neuen digitalen Angebote, sind sie zu der bestehenden Systemen kompatibel oder werden sie die Kanzleisoftware irgendwann ersetzen?

ReNo Mangel als Digitalisierungsschub

Interessant war zu hören, dass das Haupt(verkaufs)argument der Softwareanbieter nicht etwa in der zu erwartende Kostensenkung, der nachweislichen Zeitersparnis oder gar dem Mehrwert für den Mandaten lag, sondern in der Gewissheit, dass es keine ReNos gibt. Diese späte Erkenntnis ist ebenso sicher wie nachhaltig bzw. bundesweit andauernd. Die „ReNo“ steht hier stellvertretend für alle Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten, Rechtsanwalts-, Notarfach- und Patentanwaltsfachangestellten und die Fachwirte der juristischen Berufe. Ja, es gibt zu wenig ReNos, denn wir haben jahrzehntelang zu wenig ausgebildet und zu viele an branchenfremde Wettbewerber und die Justiz verloren und sie viel zu lange nicht wertgeschätzt. Aber es gibt sie noch, die ReNo. Nur will sie nicht mehr so arbeiten wie bisher. Sie ist keine Tippse und keine Erfüllungsgehilfin. Wenn auch die „ReNo-Gehilfin“ dem ein oder anderen Berufsträger zwischen Bratwurst und Salat immer noch über die Lippen kam. Dass das kein Versprecher war, manifestiert sich in dem Nachsatz: das steht schließlich so in ihrem Zeugnis.

Mangelnde Wertschätzung und schlechtes Berufsimage

Auch aus diesen Gründen der Ignoranz und mangelnden Wertschätzung ist sie abgewandert, die juristische Fachangestellte. Sie ist außerhalb der klassischen Kanzlei sehr begehrt und arbeitet heute nicht selten in einer Rechtsabteilung oder bei einem LegalTech Anbieter. Die Prophezeiung, dass mit der Digitalisierung auch die ReNo verschwindet, hat sich insofern bewahrheitet, dass sie jetzt dort arbeitet, wo die Digitalisierung bereits angekommen ist. Das Problem des ReNo Mangels ist damit aber nicht verschwunden, es ist größer als je zuvor. Denn die Aufgaben, die nur von einer ReNo erledigt werden können, werden zwar durch digitale Anwendungen unterstützt, aber immer noch mit der Intelligenz der Fachangestellten erledigt. Die ReNo erfreut sich nun, da sie rar und ihr Verlust spürbar ist, wachsender Beliebtheit. Auf dem Anwaltstag erhält sie so viel Aufmerksamkeit und verbale Wertschätzung, dass sie sich darüber freuen würde, wenn sie es hören und miterleben könnte. Aber man spricht über die Berufsgruppe bis auf wenige anwesende Rechtsfachwirte doch wieder in Abwesenheit. Dafür findet dann im November der jährlich von Soldan ausgerichtete Rechtsfachwirttag statt. In Kassel wird sich die Berufsgruppe der ReNos dann einmal mehr über mangelnde Wertschätzung seitens der Anwälte beklagen. In Abwesenheit der Berufsträger. Da aber immer noch viele ReNos die Teilnahme an der zweitägigen  Weiterbildungsveranstaltung (Freitag und Samstag) aus eigener Tasche bezahlen, werden die Anwälte auch nicht erfahren, wie hinter den Konferenztüren über sie gesprochen wird.

Nachhaltig wertschätzend

Was Wertschätzung eigentlich ist, konnte die Anwaltschaft bisher nicht zweifelsfrei für sich herausfinden. Dass Anwälte in ihrem Studium Führung nicht lernen, taugt nicht als Entschuldigung für wenig wertschätzendes oder gar unangemessenes Verhalten im Arbeitsumfeld. Alle in den Diskussionen hervorgebrachten Bespiele mangelnder Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden zeugten von fehlendem Respekt, wenig Anstand und mangelnder Selbstreflexion. Wertschätzung beginnt mit dem Respekt für einen anderen Menschen. Wertschätzung beinhaltet das Interesse an einem Menschen als Individuum und zeigt sich in der ihm entgegengebrachten Aufmerksamkeit. Dafür bedarf es kein Führungskräftetraining, sondern eine wohlwollende Haltung seiner Mitmenschen gegenüber. Vielleicht würde es schon helfen, in diesem Kontext nicht von Mitarbeitenden, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, sondern von Mitmenschen zu sprechen und sie auch so zu behandeln. Etwas wertschätzen, es positiv zu bewerten, zu respektieren und einzubeziehen, ist die Grundlage für Nachhaltigkeit. Wen ich nicht wertschätze, den werde ich nicht halten können. Wertschätzung ist der Schlüssel zur Mitarbeiterbindung.

AG Kanzleimanagement des DAV

Es ist durchaus positiv zu bewerten, dass der bundesweit gravierende Fachkräftemangel der ReNoPat-Berufe auf dem Deutschen Anwaltstag überhaupt thematisiert wurde. Die AG Kanzleimanagement initiierte mehrere lebhaft besuchte Diskussionsrunden. Man hat sich auch nicht mehr hinter dem demografischen Wandel versteckt, sondern sich an die eigene Nase bzw. das eigene Berufsimage gefasst. Richtig ist, dass alle Branchen einen Fachkräftemangel verzeichnen und die Zahl der Auszubildenden deutschlandweit sinkt. Aber, dass der Beruf der Rechtsanwalts-, Notarfach- und Patentanwaltsfachangestellten unter Schülern nahezu unbekannt ist, kommt hier erschwerend hinzu. Aber die missliche Lage des Ausbildungsberufes tritt erst dann vollends zu Tage, wenn man sich in Netzwerken, Chats und sozialen Medien über die Ausbildung, die Arbeit und das Miteinander in Kanzleien und Notariaten informiert. Ganz vorsichtig ausgedrückt: viel Positives ist nicht zu lesen. Ob nun tatsächlich ein Anwalt von seiner Mitarbeiterin verlangt hat, ihm die Tagezeitung morgens gebügelt und ohne Knick zu reichen oder ob die ReNo nur mal ihren angestauten Frust loswerden wollte, ist nicht zu klären. Aber, dass die Digitalisierung dafür sorgt, dass man immer weniger mit Aktenordnern werfen kann und bald auch das Zeitungsbügeln wegfällt, ist doch eine positive Begleiterscheinung der digitalen Transformation.

Wo sind die Auszubildenden?

Dann besteht vielleicht auch wieder Hoffnung, doch noch Auszubildende für Kanzleien zu finden? Die BRAK fragt sich in ihrem aktuellen BRAK-Magazin 3/2023, wo denn die Auszubildenden sind. Die Jugendlichen fragen sich indessen, was denn bitte die BRAK ist. Solange sich die Branche nicht öffnet und mit der Jugend in den Dialog tritt, wird sie auch keine interessierten Bewerber finden. Die Betonung liegt auf „interessiert“. Bewerber, die eigentlich etwas anderes machen wollten, nicht wissen was sie wollen oder eigentlich studieren möchten, werden nicht zur ReNo von morgen. Der interessierte Bewerber hat einen berechtigten Anspruch auf eine ganzheitliche und zukunftsorientierte Ausbildung. Die Frage, die viele Ausbilder bewegt ist, wie man das als einzelner Ausbilder noch leisten kann. Hier ist Zusammenarbeit notwendig, am besten in Kooperation.

Ausbildung allein funktioniert nicht

Die mangelnde Bereitschaft zur Kooperation unter der Anwaltschaft und der immer noch vorherrschende Konkurrenzgedanke kamen leider in vielen Diskussionen zum Ausdruck und gipfelten in dem Bekenntnis eines Berufsträgers: „Ich bilde keine ReNo aus, wenn ich nicht weiß, ob die dann wirklich bei mir bleibt, womöglich geht sie noch in die Justiz.“ Zur Erinnerung: Nur Rechtsanwälte dürfen Rechtsanwaltsfachangestellte ausbilden, wenn sie es nicht tun, dann tut es keiner. Die Nachwuchssicherung ist für den einzelnen Ausbildungsbetrieb eine Herkulesaufgabe. Eine Verbesserung der Situation kann nur durch gemeinsames Handeln erreicht werden. Angst vor Kooperation ist unbegründet, wenn sie besser sind als die Konkurrenz.

ReNos in die Schulen? Wirklich?

Statt die ohnehin durch extreme Arbeitsbelastung gestressten ReNos in Sachen Berufsorientierung in die Schulen zu schicken, sollten man sich die Schüler lieber ins Haus holen. Die Türen aufmachen und miteinander reden. Der Anwaltstag wäre eine sehr gute Gelegenheit, um jedes Jahr in einer anderen Stadt für den Rechtsmarkt zu werben. Die Aussteller der AdvoTec wären in jedem Fall davon sehr angetan, denn sie haben längst begriffen, dass die digitale Transformation nur mit der ReNo bzw. durch die ReNo funktioniert. Die ReNo ist die Anwenderin und Nutznießerin der digitalen Tools. Sie hat auch wenig Angst, dass sie wegdigitalisiert wird. Die ReNo weiß in der Zwischenzeit, was sie wert ist. Sie denken jetzt an die gestiegenen Gehaltsvorstellungen ihrer ReNo? Keine Angst, Sie müssen nicht alles mit Geld bezahlen. Sie könnten auch ihr wertschätzendes Verhalten in die Waagschale werfen.

Mehr zum Thema finden Sie hier: Ausbildungsmarketing 

ReNo-Umschulung 2022 und 2021 Berlin

Auch die ReNo-Umschulung hat 2022 und 2021 in Berlin massiv unter den Corona-Bedingungen gelitten. Es ist kein Trost, wenn die Absolventenzahlen gleich geblieben sind. Die Umschüler müssen sich wie die Auszubildenden der Prüfung vor der Rechtsanwaltskammer stellen. Dafür haben sie nur zwei Jahre Vorbereitungszeit und viel weniger Berufspraxis als in der dualen Ausbildung. Es ist zudem sehr schwierig in Berlin einen Praktikumsplatz zu erlangen. Nicht selten hört man den Satz: „Bewerben Sie sich gern nach erfolgreicher Kammerprüfung wieder bei uns.“

Der Beruf der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten ist anspruchsvoller als sein Ruf

Es wird in der ReNo-Umschulung viel Aufwand betrieben und wenig Nutzen sichtbar. Nicht nur die Zahl der Umschüler ist gering, sondern auch die Qualität der Abschlüsse. Das liegt unter anderem an den sehr unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen der Teilnehmer. Der Beruf ist anspruchsvoll. Neben den sehr guten Deutschkenntnissen sind Arbeitsweisen wie Sorgfalt und Genauigkeit unerlässlich.

Letztlich entscheidet aber auch die Motivation des Einzelnen, diesen Beruf zu erlernen. Ein Hinweis vom Arbeitsamt oder Jobcenter, dass Rechtanwälte und Notare immer nach Mitarbeitern suchen, ist keine Jobgarantie. Eine Umschulung ist eine langfristige, aufwendige und mit sehr viel Fleiß und Durchhaltevermögen gepaarte Anstrengung. Das muss man können und wollen. Die Umschüler, die einen guten Abschluss erlangen, haben nicht nur eine Chance auf einen Arbeitsplatz in einer Kanzlei verdient, sondern auch eine begleitete Einarbeitung und nachhaltige Unterstützung, um in dem erlernten Beruf dauerhaft Fuß zu fassen.

Anbieter für die Umschulung zur ReNo in Berlin: 

FORUM Berufsbildung in Berlin Mitte

GPG Berlin – Gesellschaft für Personalentwicklung und Bildung mbH

ReNo-Umschulung 2022 und 2021 Berlin

Mehr Informationen zum Ausbildungsmarketing finden Sie hier: Ausbildung Jetzt erst Recht

ReNo Absolventen 2022 Berlin

ReNo Absolventen 2022 Berlin

ReNo Absolventen erlebten 2022 in Berlin ein schwieriges Ausbildungsjahr. Die Freude über eine Steigerung von 11,8% bei den geschlossenen Ausbildungsverträgen wurde durch die gesunkene Zahl der Absolventen getrübt. Der Grund: Die Gesamtdurchfallquote lag bei der Abschlussprüfung im Frühjahr bei 32 % und im Herbst bei 17,2%. Am Ende standen den 14599 Rechtsanwälten in Berlin nur  97 freigesprochene Absolventen  zur Verfügung. Ob sich alle für ein Jobangebot einer Kanzlei entschieden haben?

Starke Konkurrenz, hohe Fluktuation

Die ReNo ist nicht nur in der Justiz begehrt, sondern in der gesamten Berliner Verwaltung. Der öffentliche Dienst wird in krisenbelasteten und unsicheren Zeiten für Absolventen immer attraktiver. Nicht nur die Eltern der jungen Generation streben nach Sicherheit. Die Justiz wirbt aktiv und wesentlich attraktiver als die RAK um Auszubildende, Studenten und Berufswechsler. Junge Menschen suchen nicht nur einen Ausbildungsplatz sondern eine berufliche Perspektive und eine persönliche Entwicklungschance.

Attraktivität des ReNo Berufs gestiegen, aber kaum sichtbar.

Aber auch der Beruf der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten hat in der unsicheren Zeit sehr an Attraktivität gewonnen. Krisensicher und unverzichtbar – das hat die Pandemie gezeigt. Sogar eine Flexibilisierung der Arbeitszeit ist möglich. Homeoffice, Selbstorganisation und Vertrauensarbeitszeit – wer hatte sich das vor wenigen Jahren träumen lassen? Selbst in der Digitalisierung sind die Rechtsanwälte weiter vorangeschritten als die Justiz. Vielen ist in den letzten Jahren besser und moderner geworden als das Image der Rechtsbranche. Es muss nur sichtbar werden. Die Nutzung der Ausbildungsplattform  ausbildung.berlin, organisiert von der IHK Berlin, ist ein guter Schritt. Wenn auch die Attraktivität der Stellenanzeigen für Jugendliche meist wenig ansprechend ist. Auch ein konservativer Beruf in einem klassischen Berufsfeld kann zeitgemäß beworben werden.

Wenn Sie sich Hilfe bei der Ausschreibung Ihrer Stellen wünschen, dann schauen Sie hier: Anzeigenberatung

ReNo Absolventen 2021 Berlin

ReNo Absolventen 2021 Berlin

ReNo Absolventen erlebten 2021 in Berlin ein weiteres Corona – Ausbildungsjahr. Unter extremen Ausbildungsbedingungen sank das Niveau bedenklich und es wurden deutlich weniger Ausbildungsverträge geschlossen. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass die Notarkammer Berlin seit einigen Jahren zusätzlich die Ausbildung zur/m Notarfachangestellten anbietet. Es wäre zu wünschen, wenn auch hier die Absolventenzahlen veröffentlicht werden könnten. Ein kleiner Lichtblick im Krisenjahr: Es wurden weniger Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst als im Vorjahr.

Aufruf zu mehr Ausbildung nach der Pandemie

Förderprogramme der Bundesagentur für Arbeit zur Sicherung der Ausbildungsplätze wurden als Corona Bundesprogramm neu aufgelegt. Erfahrungsgemäß werden sie leider von den Rechtsanwälten sehr wenig genutzt. Die Möglichkeiten und Antragsverfahren sind kaum bekannt. Das Verschicken einer appellierenden E-Mail von der RAK an die Ausbildungskanzleien hilft hier leider auch sehr wenig. Es müssen schließlich vor allem die erreicht werden, die noch nicht ausbilden.

Attraktivität des ReNo Berufs gestiegen, aber kaum sichtbar.

Der Beruf der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten hat in der unsicheren Zeit sehr an Attraktivität gewonnen. Krisensicher und unverzichtbar – das hat die Pandemie gezeigt. Sogar eine Flexibilisierung der Arbeitszeit ist möglich. Homeoffice, Selbstorganisation und Vertrauensarbeitszeit – wer hatte sich das vor wenigen Jahren träumen lassen? Es muss nur sichtbar werden. Die Nutzung der Ausbildungsplattform  ausbildung.berlin, organisiert von der IHK Berlin, ist ein guter Schritt. Wenn auch die Attraktivität der Stellenanzeigen für Jugendliche meist wenig ansprechend ist. Auch ein konservativer Beruf in einem klassischen Berufsfeld kann zeitgemäß beworben werden.

Wenn Sie sich Hilfe bei der Ausschreibung Ihrer Stellen wünschen, dann schauen Sie hier: AnzeigenberatungLegalProfession Anzeigenberatung