Ausbildungsmarketing

Ausbildungsmarketing richtet sich an Auszubildende

Sie sind attraktiv? Selbstredend, schließlich sind Sie Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin. Sind Sie auch als Arbeitgeber attraktiv? Ohne Zweifel, schließlich sind Sie Partner oder Partnerin einer renommierten Kanzlei und Sie bilden ständig Referendare aus. Gut, das ist vorausschauend und sehr löblich, wenn auch sicher nicht ganz uneigennützig. Schließlich nutzen Sie den juristischen Vorbereitungsdienst, um bei den Nachwuchskandidaten einen guten Eindruck zu hinterlassen. Man soll am Markt von Ihnen als Arbeitgeber nur Gutes berichten. Denn als Ausbilder sorgen Sie dafür, dass die jungen Juristen ihren zukünftigen Beruf als Rechtsanwalt rechtzeitig kennen lernen und Praxiserfahrungen sammeln. Sicher bewerben sich die Referendare nach dem 2. Staatsexamen bei Ihnen, weil Sie ein großartiger Arbeitgeber sind. Sie haben alles richtig gemacht, machen Sie es genauso für die Auszubildenden. Machen Sie Ausbildungsmarketing. Geben Sie Auszubildenden einen Einblick in den Beruf und den Arbeitsalltag einer Kanzlei.

Ausbildungsmarketing

Auszubildende haben meist ein unscharfes und etwas wackliges Bild von potentiellen Arbeitgebern 
ReNo ein Beruf ohne Zukunft 

Die für Rechtsanwälte, Notare und Patentanwälte zuständige Berufe der Rechtsanwaltsfachangestellten, Notarfachangestellten und Patentanwaltsfachangestellten scheint eine aussterbende Berufsgruppe zu sein. Denn die ausgebildete „ReNo“ ist kaum noch zu finden. Dafür gibt es sehr viele Gründe. Die Ursachen genau zu analysieren, ist Grundlage unseres Ausbildungsmarketing. Alle aufzuschreiben, würde zu weit führen. Nennen wir nur den wichtigsten Grund. Die Schüler kennen und finden sie nicht, liebe Berufsträger!

oder eine Zukunft ohne ReNos?

Wer sich für eine Ausbildung zur ReNo interessiert hat meist zufällig, durch einen familiären Rechtsstreit, einen Hauskauf, die Scheidung der Eltern oder einen Erbfall, von der Existenz der Rechtsanwälte und Notare erfahren. Wer sich für diesen Beruf nicht interessiert, aber ganz dringend irgendeinen Ausbildungsplatz sucht, wird meist von der Agentur für Arbeit aufgefordert, sich in einer Kanzlei vorzustellen, denn „Anwälte suchen immer ReNos.“ Die Anforderungen an den Beruf ist den Bewerbern völlig unklar und ihre Eignung oft fragwürdig. Steigende Abbrecherquoten und ein sinkender Ausbildungsdurchschnitt sind die Folge. Zurück bleiben enttäuschte Ausbilder.

Eine unsichtbare Branche ein unübersichtlicher Markt

Während andere Branchen und Berufsgruppen, unterstützt von Kammern und Berufsverbänden, kontinuierliches und sichtbares Ausbildungsmarketing betreiben, liegt die Nachwuchsrekrutierung im juristischen Bereich seit jeher allein in den Händen der Rechtsanwälte und Notare. Die Schüler und Abiturienten erkennen hier weder eine Branche, noch einen Markt. Kein Arbeitsmarkt ist so heterogen und intransparent, wie der Rechtsdienstleistungsmarkt. Für einen Jugendlichen ist der Kanzleibereich nicht als berufliche Karrierechance zu erkennen. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Tätigkeitsfeldes, die Attraktivität der Arbeitgeber, das Potential der Ausbildung und die Besonderheit  der Kammerberufe sind für potentielle Bewerber nicht sichtbar und wenig vorstellbar. Der Deutsche Anwaltverein hat nun die ReNo-Ausbildung auf seiner Agenda. Der DAV versucht die Rechtsanwälte zu unterstützen. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber auch das kann eben nur unterstützen, es wird Ihr Problem bei der Suche nach einem Auszubildenden nicht ad hoc lösen. Ihre Attraktivität als Ausbilder und Arbeitgeber können Sie nur selbst steigern.  DAV-Expertenforum 09/19 „Die Zukunft eines Berufes“ 

Selbstverständnis – Image – Employer Branding

Es heißt, wenn man nicht von sich selbst überzeugt ist, kann man auch andere nicht von sich überzeugen. Das ist richtig. Aber wenn ich nur von mir selbst überzeugt bin, dann funktioniert das auch nicht. Rechtsanwälte und Notare zählen nicht gerade zu den beliebtesten Arbeitgebern. Auch dafür gibt es viele Gründe, sie prägen das Image der Branche. Wussten Sie, dass die Berufsgruppe der ReNos altersmäßig auffällig jung ist? Warum? Wer die Branche einmal verlassen hat, meist nach Geburt des ersten Kindes, kommt nicht mehr zurück. Die Ursachen des schlechten Arbeitgeberimages zu analysieren, ist Bestandteil unseres Ausbildungsmarketing. Als Personalvermittler sitzt man da sozusagen an der Quelle. Das Soldan Institut hat sich in der Hinsicht mit seinen empirischen Studien zum Personal und zur Situation der Berufsausbildung in Anwaltskanzleien besonders verdient gemacht. Obwohl die Ergebnisse wenig hoffnungsfroh stimmen, sind auch sie Ausgangspunkt für Maßnahmen im Ausbildungsmarketing.

Transparenz – Authentizität  – Ausbildungsmarketing

Weder ein intransparenter Markt noch ein angeschlagenes Image lassen sich allein mit Marketingmaßnahmen beheben. Viel wichtiger sind Transparenz und Authentizität und das ehrliche Bemühen um Veränderung. Eine flippige Stellenanzeige mit einem flapsigen „Du“ in der Anrede wirken im Nachhinein eher unglaubwürdig, wenn Sie dem Auszubildenden in der Kanzlei im Anzug gegenübertreten und sich als Herr Anwalt oder Frau Anwältin vorstellen. Der Rechtsmarkt ist nun einmal konservativer als andere Branchen. Ja, manch einem gefällt das sogar, deshalb lohnen sich Offenheit und Ehrlichkeit. Die Auszubildenden sind in der Kanzlei nicht auf der Suche nach neuen Freunden, sondern nach einer Ausbildung und einem Ausbilder.

Der Rechtsmarkt und die juristischen Berufe haben bei genauem Hinsehen viel Positives und wären für Bewerber eigentlich attraktiv, wenn sie die Vorzüge auch erfahren würden und erleben könnten. Markige Sprüche, gängige Floskeln, und leere Versprechungen nutzen nichts. Übrigens ist auch die Ausbildungsvergütung ist nicht das entscheidende Kriterium für oder gegen einen Ausbildungsberuf. Leider ist sie aber oft das einzige Instrument, was Arbeitgebern im Ausbildungsmarketing einfällt.

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Blog: ReNo-Absolventen 2019 Berlin