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ReNo-Absolventen 2019 Berlin

ReNo Absolventen 2019 Berlin
ReNo-Absolventen 2019 Berlin – 128 Auszubildende haben Ausbildungsvertrag vorzeitig aufgelöst

Die Zahlen der ReNo-Absolventen für 2019 in Berlin sind wieder enttäuschend. In Diskussionen zum Nachwuchsmangel in den ReNoPat-Berufen wird meist der demografische Wandel als Ursache angeführt. Dass dies nicht der alleinige Grund für die sinkenden Ausbildungszahlen sein kann, macht eine Zahl besonders deutlich. Im Gebiet der Rechtsanwaltskammer Berlin wurden im Jahr 2019 von 269 geschlossenen Ausbildungsverträgen 128 vorzeitig aufgelöst. Fast die Hälfte aller angeworbenen Auszubildenden hatte sich die Ausbildung zur ReNo anscheinend anders vorgestellt.

Wir müssen uns fragen, warum da so ist

Und wir müssen uns fragen, warum diese Zahl doppelt so hoch ist wie im Jahr zuvor. Wo sind Abbrecher heute? Studieren sie Jura? Machen sie eine Ausbildung in der Justiz? Wurden sie enttäuscht oder waren sie überfordert? Was kann man tun, damit die Auszubildenden bleiben? Wie und wo findet man die richtigen Azubis?

Sinkende Qualität der Ausbildung

Jetzt könnte man hoffen, dass die verbliebenen Auszubildenden einen guten Ausbildungsabschluss erzielt haben. Aber auch die Leistungsergebnisse sind enttäuschend. Fast 20 % der Auszubildenden haben die Prüfung nicht bestanden und ebenso viele haben nur ein ausrechend erzielt. Das ist alles andere als ausreichend für Berlin.

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ReNo-Absolventen 2018 Berlin

ReNoPat Azubi 2018 RAK Berlin
Wie die Statistik der RAK Berlin belegt: 2018 bekommt Berlin nur 133 ReNo-Absolventen.

Alles andere als befriedigend waren die Ausbildungszahlen für den Beruf der Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten für Berlin auch im vergangenen Jahr. Und es ist auch überhaupt kein Grund zur Freude (wie es der Kammerton verkündete), dass weit weniger Auszubildende die Lehrzeit vorzeitig abgebrochen haben als im Vorjahr. (134/61) Denn es haben 2018 ohnehin viel weniger Schüler eine Ausbildung in einer Anwaltskanzlei aufgenommen als im Jahr zuvor (292/224).

Immer weniger Azubis immer schlechtere Prüfungsergebnisse

Absolut unbefriedigend ist die Qualität der Ausbildung. Gerade einmal 26 Azubis haben besser als befriedigend abgeschnitten und 35 junge Menschen haben die Kammerprüfung leider nicht bestanden. Alles in allem ein verdammt schlechtes Zeugnis. Aber dieses schlechte Zeugnis trifft nicht in erster Linie die Auszubildenden, denn die meisten haben ihr bestes gegeben. Das Zeugnis trifft auch nicht die Ausbilder, die sich mit der neuen Ausbildungsverordnung für die Berufsgruppe der Rechtsanwalt- Notarfachangestellten abmühen und immer noch nicht auf die Anforderungen eines durch Internationalisierung und Digitalisierung extrem veränderten Rechtsmarkt vorbereitet sind. Das schlechte Zeugnis trifft eine Branche, die eigentlich gar keine ist. Der deutsche Rechtsdienstleistungsmarkt ist so heterogen, zersplittert, ja zunehmend zerstritten und an seiner Selbstverwaltung erlahmt, dass er für einen jungen Menschen, der eine berufliche Zukunft sucht, als Arbeitgeber gar nicht sichtbar wird und im Zweifel auch nicht attraktiv erscheint.

Die Berliner Justiz lockt nicht nur mit dem attraktiven Einstiegsgehalt

Die Abwanderung der Berliner Auszubildenden in die Justiz ist ein deutliches Indiz für das Versagen der Rechtsanwaltskammer. Das Kammergericht Berlin sucht derweil auf Berufsorientierungs- und Karrieremessen und auf großflächigen Plakaten recht erfolgreich nach „Rechthabern“. Man wirbt in diesem Zusammenhang ganz offen mit der fest stehenden Ausbildungsvergütung und dem Einstiegsentgelt. Weit wandern müssen die Schüler dann gar nicht, denn sie werden gemeinsam am Oberstufenzentrum Recht, der Hans-Litten-Schule, in der Charlottenburger Danckelmannstraße unterrichtet. Sie brauchen eigentlich nur über den Flur gehen und ins Nachbarzimmer zu entschwinden. Das tun sie auch zu Recht, wie die Berufsschullehrer zu berichten wissen. „Die Anwälte haben das nicht besser verdient, die wollen doch nicht zahlen.“

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Warum waren so wenig Frauen auf dem Anwaltszukunftskongress?

Ob sie eine Assistenz haben oder nicht

Anscheinend ließ die Erinnerung an die attraktive ntv-Moderatorin oder an die fehlende Tanzpartnerin bei der Abendveranstaltung auf dem Anwaltszukunftskongress in Köln im nachhinein bei dem ein oder anderen Teilnehmer doch noch die Frage aufkommen:

Warum waren so wenig Frauen auf dem Kongress zu sehen und vor allem zu hören?

Auch ohne digitales Analysetool kann man leicht feststellen, dass es wenig Frauen in technischen Berufen gibt, zu wenig Frauen in der Softwarebranche, ganz wenig weibliche Gründerinnen, vor allem im Legal-Tech-Bereich und viel zu wenig weibliche Führungskräfte und Partnerinnen in Anwaltskanzleien. Da war es doch leicht vorherzusagen, dass man nur wenigen Frauen auf dieser Veranstaltung begegnen würde.

Die AnwenderInnen der digitalen Lösungen

Es sei denn, der ein oder andere Kanzleieigner hätte seine Rechtsanwaltsfachangestellte oder die Rechtsfachwirtin seiner Kanzlei nach Köln eingeladen. Das wäre ja zumindest bei den Themen Kanzleiorganisation, digitale Spracherkennung, Arbeiten in der Cloud und mit beA sicher ganz hilfreich gewesen. Als tägliche Anwenderin kennt sich die Fachkraft mit den Softwarelösungen rund um Posteingang und Dokumentenmanagement nämlich bestens aus. Sie  weiß sehr genau, was sich bei der Mandatsbearbeitung durch technische Lösungen schneller, standesrechtlich sicher und kostengünstig erledigen lässt oder eben auch nicht. Sie hätte die Gelegenheit nutzen können, um sich von Anbietern wie z.B. ReNoStar und DATEV schon einmal demonstrieren zu lassen, was sie bei der Softwareeinführung der nächsten Generation alles lernen muss. Aber dafür gibt es ja dann sicher andere Gelegenheiten, die von der Kanzlei extra für die ReFa gebucht werden. Das dann allerdings möglichst nach Feierabend, denn zu den Bürozeiten ist sie in der Kanzlei unverzichtbar. Und auch nur deshalb durfte sie nicht mit, zum Zukunftskongress. Schließlich war die Personalsituation in der Assistenz schon in der Vergangenheit eine Katastrophe.

Ob Sie eine Assistenz haben…oder eben nicht!

In diesem Zusammenhang sollte man sich einmal die Frage stellen, ob sich durch die Digitalisierung, durch Legal-Tech und Künstliche Intelligenz etwas an dieser Problematik ändern könnte. Sicher sind die Diktier-, Sprach- und Schrifterkennungstools bereits auf einem sehr hohen Niveau und ein echtes Zeit- und Ressourcenpotential, nicht zuletzt für die Assistenz selbst. Aber machen wir uns nichts vor, auch die beste Kanzleisoftware muss bedient werden. Dass die ReFa dem Anwalt schnell noch beibringt, wie er seine RVG-Abrechnung macht und die Kostennote schreibt, bevor er sie (aufgrund Digitalisierung) entlässt, ist keine Zukunftsmusik, sondern reine Utopie. Der Kongress hat eher den Eindruck erweckt, dass das Anwaltsgeschäft schneller und einfacher standardisiert wird, als die Aufgaben der Fachassistenz. Annähernd 300.000 Assistenzkräfte arbeiten für die deutsche Anwaltschaft. Die Ausbildungsordnung für die ReNoPat wurde vor zwei Jahren grundlegend überarbeitet. Leider wurde sie nur der Gegenwart angepasst und nicht auf die Zukunft ausgerichtet.

Berufliche Ausbildung als Hexe

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Die Top-Suche auf meiner Homepage für die juristische Assistenz lautete in dieser Woche: „berufliche Ausbildung als Hexe“.  Welch zauberhafte Idee! Mein Dank an die Unbekannten, die diese Suchbegriffe ins Netz eingegeben haben! Die gleichlaufende Suche nach Gehilfinnen sei in diesem Zusammenhang verziehen. Denn welche Gehilfin (Angestellte) im Anwaltsbereich hätte sich nicht schon einmal gewünscht, hexen, zaubern oder hellsehen zu können? Nicht nur weil es in der Kanzlei oft zu viel zu tun gibt, wünscht sich die Anwaltssekretärin übersinnliche Kräfte. Der Wunsch entsteht eher aus der mangelhaften Kommunikation mit ihrem Anwalt. Was meint, wünscht oder erwartet er? Ein Post it auf der Akte spricht nicht, ein mürrisches Gesicht hingegen Bände. Ob sie etwas vergessen oder falsch gemacht hat? Sie weiß es nicht. Wenn er nicht spricht, dann beginnt sie ihn zu beobachten, zu interpretieren und für ihn voraus zu denken. Ob sie damit richtig liegt, erfährt sie nur, wenn es falsch war. Das ist das Besondere an der anwaltlichen Assistenz, man arbeitet weisungsgebunden und muss doch, eher heimlich, mit- und vorausdenken. Hellseherische Fähigkeiten würden an dieser Stelle sicher helfen.

Leider sind in der neuen Ausbildungsverodnung für die ReNoPat- Berufe auch diesmal keine Zauberstunden vorgesehen und es gibt auch keine berufliche Ausbildung als Hexe. Vielleicht haben ja sogar die Anwälte mit dieser Suchanfrage nach Auszubildenden gesucht? Denn um an der desolaten Ausbildungssituation noch etwas ändern zu können, braucht man schon magische Kräfte. Da sagt sich so mancher Anwalt oder Notar: Lieber eine Hexe in der Kanzlei, als gar keine Gehilfin.

Aber keine Angst,  sicher ist die mystische Suchanfrage nur auf den nahenden Halloween zurückzuführen. Die Assistentinnen haben einfach nach einer passenden Verkleidung gegoogelt und die Kostüme der blutsaugenden Vampire waren schon vergeben. Dagegen ist so eine kleine Hexe doch wirklich zauberhaft.

Schminken zu Halloween: Hexen Make-up leicht gemacht — by Horrorklinik.de

Nachwuchs für den Berliner ReNoPat – Markt

ReNoPat-Absolventen 2015 Berlin
Herzlichen Glückwunsch an die 129 Absolventen der Hans-Litten-Schule (OSZ Recht) in Berlin!

Von 163 Prüfungsteilnehmern haben 129 Azubis ihre ReNoPat – Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, wobei man in der Berlin davon ausgehen kann, dass es doch fast ausschließlich ReNo´s sind, die nun dem Berliner Kanzleimarkt zur Verfügung stehen. Das Patentwesen ist (noch) nicht in Berlin angekommen. Aber dazu mehr in einem späteren Artikel. Etwas über 100 frische ReNos stehen nun den Berliner Rechtsanwälten, Notaren und Anwaltsnotaren zu Diensten. Inwieweit die Absolventen während ihrer Ausbildung allerdings die Möglichkeit hatten, im Notariat mehr Einblick zu gewinnen, als nur den Notaren einige Praxiswochen lang über die Schulter zu schauen, kann man der Statistik leider nicht entnehmen. Was aber ganz offensichtlich ist, dass die Absolventenzahlen alles andere als vollbefriedigend sind. Die wenigen sehr guten Absolventen erinnern an die Examensprüfungen bei den Volljuristen, insofern werden sie den Anwalt nicht erschrecken. Aber hätte man in einem Ausbildungsberuf eine Durchfallerquote von über 20 % erwartet? Man darf nicht vergessen, dass die Abbrecherquote (also die, die erst gar nicht bis zur Abschlussprüfung durchhalten) in diesem Berufsfeld bei 28 % liegt.

An dieser Stelle eine Rechenaufgabe:

Wie viele Azubis muss man in Berlin rekrutieren um den Bedarf zu decken, wenn 28% hinschmeißen, 21 % durchfallen und noch einmal 12% mit ausreichend bestehen?

Tipp: Berlin (ohne Brandenburg) verzeichnet lt. RAK aktuell 13.774 Rechtsanwälte und 772 Notare.

P.S. Allein in der Stellenbörse der RAK Berlin sind aktuell (eine Woche vor Ausbildungsbeginn) noch 15 offene Ausbildungsplatzangebote zu finden.

Inhouse sind wir ziemlich uncool

Die Schule ist aus! Eigentlich haben sich die Absolventen der Abschlussklassen die letzten Schulferien ja verdient und sollten sie auch in Ruhe genießen, aber sie kommen nicht dazu. Denn ein Untier macht Jagd auf die Schulabgänger und treibt sie durch die Bundesländer. Es ist der Nachwuchsmangel. Er kommt mit ausgestrecktem Arm und hoch gestelltem Daumen. Oft trägt er ein Basecap, kurze Hosen und ein Skateboard unter dem Arm  oder er ist auf Rollschuhen unterwegs. Lauthals schreit er die wenigen Worte, die er kennt: Karriere, Zukunft, Traumjob, Chance und cool. Manchmal entfleucht ihm auch ein geil. Seine Gefährlichkeit sieht man ihm auf den ersten Blick gar nicht an, denn er trägt ein Dauergrinsen im Gesicht. In Zeiten von Diversity tritt er vorsichtshalber in bunt gemischten  Gruppen von Jungen und Mädchen auf. Er bewegt sich sehr auffällig, denn er ist als Hip-Hopper oder Rapper unterwegs, Kopfhörer gehören zu seiner Standardausstattung. Bis zu den Abschlussprüfungen ist der Nachwuchsmangel besonders aktiv. Nicht nur, dass er die Schüler von einer Ausbildungsmesse zur nächsten jagt, er sorgt auch dafür, dass sich erwachsene Menschen kindisch, albern und oftmals peinlich benehmen. Da sind Unternehmen auf einmal cool, Chefs werden hip und Personaler fragen sich permanent, was sie der Generation Y bieten müssen, um sie anzulocken. Einprägsame und anschauliche Beispiele für schlechte HR-Kommunikation finden Sie hier: Die goldene Runkelrübe.

Kurz vor Ausbildungsbeginn scheint die Angst vor dem Nachwuchsmangel allerdings fast überwunden, denn es werden nun ganz andere Töne angeschlagen. Die Daumen gehen nach unten, die kurze Hose bleibt im Schrank und das Antanzen ist nun wörtlich gemeint. Das Untier hat sich verzogen und der frisch gewonnene Azubi sollte nun gucken, wie der Hase läuft.

Aufmerksam, freundlich, interessiert – der beste Eindruck

„Natürlich möchte man einen guten Eindruck machen, wenn man als neuer Azubi in einem Betrieb anfängt. Es ist aber normal, dass es eine Weile braucht, bis man weiß, wie der Hase dort läuft. Da nützt es, aufmerksam alles zu beobachten, gut zuzuhören und ein paar allgemeine Spielregeln zu beachten. Dabei immer freundlich sein und auch das Erscheinungsbild nicht vergessen. Das ist dann schon mal die beste Grundlage für den stolperfreien Start.“ Quelle: Die ersten Tage

Das Untier muss sich von der anstrengenden Marketingkampagnen erst einmal erholen, denn in ein paar Monaten heißt es wieder: STARTE DEINE KARRIERE JETZT!

Wie sich der Mittelstand ernsthaft um Nachwuchs bemüht, lesen Sie in einem Artikel der Wirtschaftswoche vom 18.05.2015.

Wenn Sie selbst Nachwuchssorgen haben, dann finden Sie hier unser Angebot zum AusbildungsMarketing.