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Deutscher ReFa-Tag – Soldan ReNo-Preis – Berlin 06. und 07.12.2019

Deutscher ReFa-Tag

Soldan ruft vom 06.- bis 07. Dezember 2019 die Rechts- und Notarfachwirte, Bürovorsteher, Office-Manager und erfahrenen ReNo-Fachangestellten zum Deutschen ReFa-Tag nach Berlin. Anlässlich der größten bundesweiten Weiterbildungsveranstaltung für die Berufsgruppe der ReNo-Berufe wird nun zum 8. Mal auch der SOLDAN-RENO-PREIS an die Besten der Branche vergeben. Insofern gibt es in diesem Jahr für die ReNos der Kanzleien und Notariate vom Nikolaus nicht nur etwas  in den Stiefel, sondern für drei von ihnen auch einen Scheck und einen Blumenstrauß in die Hand. Die anderen aus der Republik anreisenden Teilnehmerinnen bekommen im Rahmen der Preisverleihung am Samstagabend zumindest ein festliches Menü und eine ausgelassene Feier mit kulturellen Zugaben. Erfahrungsgemäß hateln sich die ReNos auf beim Tanzen nicht zurück. Das geht nämlich auch ohne Männer, denn die treten in der Berufsgruppe immer noch sehr vereinzelt auf.

Die beiden Weiterbildungstage sind randvoll mit Seminaren gefüllt, in diesem Jahr vorwiegend zu digitalen Themen. Aber nicht nur der Dauerbrenner beA kommt zur Sprache, sondern auch der Datenschutz und natürlich LegalTech. Anlässlich des letzten DRT2018 in Leipzig wurde das Thema LegalTech von den ReNos ja noch mit etwas Distanziertheit und Skepsis betrachtet. Ich bin gespannt, wie dieses Thema in diesem Jahr aufgenommen wird. Zumindest der Fall VW und der Dieselgate haben alle ReNos im vergangenen Jahr schon einmal aufhören lassen. Massenklageverfahren stemmt man nicht mehr mit traditionellen Arbeitsmethoden, da ist die Technik schon ganz hilfreich.

Die LegalTech Anbieter würden sich auf jeden Fall freuen, wenn die ReFa und insbesondere die Rechtsfachwirtin sie als Arbeitgeber zukünftig in Betracht ziehen würde. Denn eins ist sicher, LegalTech wird, wenn überhaupt, eher die Arbeit des Anwalts vernichten, als die Tätigkeitsfelder der ReFa. Also können die Rechtsfachwirte ganz entspannt nach Berlin kommen und in die Zukunft der Rechtsberatung blicken. Und auch die Notarfachwirte werden durch die Digitalisierung zukünftig eher mehr als weniger gefordert werden. Elektronischer Rechtsverkehr, DSGVO, Geldwäsche und das Bundesurkundenarchiv stehen in den Notariaten auf der Agenda.

Für die Teilnahme an den Veranstaltungen gibt es ein Zertifikat und ansonsten gibt es interessante Gespräche, neue Kontakte und die Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die man oft das ganze Jahr über vermisst. Aber, es ist ja bald Weihnachten. Da darf man sich ja etwas wünschen. Falls Sie sich für das neue Jahr einen Job wünschen…

LegalProfession® ist Aussteller auf dem 9. Deutschen ReFa-Tag. Wir sehen uns am Stand 7 im Foyer – Hotel Vienna House Andel´s Berlin.

 

Die Zukunft kommt nicht – wir müssen sie gestalten.

AZK

Anwälte blicken nicht mehr nur über den Tellerrand

Der Blick in die Zukunft ist einigen Berufsgruppen schon aufgrund ihrer Profession nicht gegeben, umso erfreulicher, dass nun auch die deutschen Rechtsanwälte nicht nur über den eigenen Tellerrand, sondern gemeinsam in die Zukunft blicken, wenn auch oft begleitet von einem leichten Kopfschütteln. Verständlich, denn dieser Anstoß zur gemeinsamen Zukunftsschau kam (noch) nicht aus der eigenen anwaltlichen Selbstverwaltung, dafür haben zwei der großen Servicedienstleister der Anwaltschaft die Sache beherzt in ihre professionellen Hände genommen. Die Wolters Kluwer Deutschland GmbH – einer der führenden Wissens- und Informationsdienstleister in den Bereichen Recht, Wirtschaft und Steuern – und die Hans Soldan GmbH – der führende Anbieter für Kanzleibedarf, Fachmedien und Bürodienstleistungen für Anwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Deutschland – haben gemeinsam am 2. und 3. September den 1. Anwaltszukunftskongress in Köln ausgerichtet.

Der Anwaltszukunftskongress- ein gelungener Event

Um es an dieser Stelle vorweg zu nehmen, es war ein gelungener Event, der in  jedem Fall fortgeführt werden sollte. Ob es dann, wie fast alles in unserer Zeit, noch einmal größer, besser und schneller werden sollte? Eher nicht. Die Größe, mit 360 Teilnehmern in dem gut gefüllten und eng bestuhlten Kongresszentrum des Hotels Marriott in Köln, bot gerade noch Gelegenheit zu einem persönlichen Kennenlernen und Gedankenaustausch bei Kaffee, Snack oder Lunch. Besser machen kann man solch eine Veranstaltung kaum, es war informativ, aufrüttelnd und unterhaltsam, was schon die Auswahl der Referenten auf der Agenda versprach. Vom Justizminister von NRW, Thomas Kutschaty, über Prof. Dr. Roland Vogel der Stanford Law School  und  dem Mathematikprofessor Dr. Gunter Dueck, der als lockerer Business Engel aufmunterte, bis zu Extremsportler und Berufsmotivator Joey Kelly, um nur einige der Hochkaräter zu nennen, gab es eine bunte Palette von Ein- und Ausblicken in Visionen und Zukunftsthemen, die man anderenorts sogar schon gestaltet hat. Die Teilnehmer waren neugierig, interessiert und begeisterungsfähig. Ein schönes Bild für die Anwaltschaft, dies wünscht man sich öfter. Schneller sollte es auch nicht werden, die beiden Tage waren gut gefüllt, wie auch der Kopf. Insofern hat der abendliche Cocktail dann auch endlich die Gedanken zwischen Legal-Tech und Zukunftsangst etwas ruhen oder bei manchem auch kreisen lassen.

Die Zukunft bringt nichts – wir müssen sie gestalten

Aber der Blick in die Zukunft ist ja bekanntlich auch nicht ohne Risiko. Schließlich kann es passieren, dass man plötzlich erkennt, dass das, was man in der Ferne zu sehen glaubt, gar nicht die Zukunft ist, sondern die Gegenwart. Es kann sein, dass man aufwacht und merkt, dass man an altem, längst Vergangenem festhält und längst eher in der Vergangenheit als in der Gegenwart lebt. Und es ist nicht nur die Technik, die sich gravierend verändert hat. Wenn auch die Präsentationen der neuen Versionen der Kanzleisoftware- und Cloudlösungen, der Sprach- und Stimmerkennung und der Legal-Tech-Portale am Rande des Kongresses beeindruckend waren, das ist nur Technik, das kann man alles lernen und beherrschen. Was aber wirklich besorgniserregend ist, ist die Feststellung, dass sich offensichtlich auch die Menschen verändert haben. Wenn Recruiting auch nur eine Nebenrolle auf dem Anwaltszukunftskongress spielte, hier war die Unsicherheit, was uns da noch bevor steht oder wer in Zukunft vor unserer Tür steht, am deutlichsten zu spüren. Die Generation Y gibt es wirklich, so die Feststellung der ntv – Moderatorin Rommy Arndt, die charmant durch den Kongress führte. Auch wenn diese Generation Y schon zu Z mutiert, sie diktiert die Zukunft. Da würde sich so manche Kanzlei wohl eher mit „Watson“ anfreunden, als mit einem unangepassten Nachwuchskandidaten. Insofern hat künstliche Intelligenz auch einen Vorteil: Man kann sie füttern und die frisst einem aus der Hand. Noch jedenfalls.

Zukunft beginnt mit Gedankenaustausch

Bei allem Unmut über die junge Generation, mit ihrem Anspruch an Sinnhaftigkeit nebst Selbstbestimmung mit Freizeitausgleich, dürfen wir nicht übersehen, dass sie die Zukunft gestalten wird, während wir oft noch warten, dass die Zukunft kommt und auch noch etwas bringt. Dass die Jugend damit bereits begonnen hat, zeigten die Legal-Tech Gründer auf dem Anwaltszukunftskongress in Köln auf lockere Weise. Die Veranstaltung war ein wichtiger Schritt zu einem gemeinsamen Diskurs zwischen Anwaltszunft, Technikfreak und IT-Nerd, zwischen jungen und erfahren Menschen, zwischen Plattformberatung und Berufsrecht. Hier gibt es noch viel zu diskutieren – nicht erst in der Zukunft. Die nächste Gelegenheit bietet der Deutsche Anwaltstag 2017 in Essen zum Thema Digitalisierung.

LTO-Sonderveröffentlichung- Die neuen Juristen – zum Download