{"id":5567,"date":"2017-06-23T12:35:05","date_gmt":"2017-06-23T11:35:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.legalprofession.de\/?p=5567"},"modified":"2020-03-14T23:38:07","modified_gmt":"2020-03-14T22:38:07","slug":"dat2017-innovationen-legaltech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.legalprofession.de\/index.php\/dat2017-innovationen-legaltech","title":{"rendered":"#DAT2017 Innovationen &#038; LegalTech"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"5569\" data-permalink=\"https:\/\/www.legalprofession.de\/index.php\/dat2017-innovationen-legaltech\/messe-dat2017\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Messe-DAT2017.jpg?fit=1180%2C731&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1180,731\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;iPhone 6s&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1495633892&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.15&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;25&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00065019505851756&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Messe DAT2017\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Innovationen &amp;#038; Legal Tech&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Messe-DAT2017.jpg?fit=770%2C477&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-5569\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Messe-DAT2017.jpg?resize=770%2C477&#038;ssl=1\" alt=\"DAT 2017 Messe Essen\" width=\"770\" height=\"477\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Messe-DAT2017.jpg?w=1180&amp;ssl=1 1180w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Messe-DAT2017.jpg?resize=300%2C186&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Messe-DAT2017.jpg?resize=1024%2C634&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Messe-DAT2017.jpg?resize=600%2C372&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Messe-DAT2017.jpg?resize=1170%2C725&amp;ssl=1 1170w\" sizes=\"(max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><\/p>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\">#DAT2017 Innovationen &amp; LegalTech<\/span><\/h5>\n<p>Am Westeingang der Essener Messe wehten Ende Mai wei\u00dfe Flaggen. Dies ist jetzt nicht gleich als Zeichen der Kapitulation zu deuten, die Fahnen trugen das rote Logo des <a href=\"https:\/\/anwaltverein.de\/de\/\">DAV<\/a>. Ein aufgespanntes Banner mit dem Motto des<a href=\"http:\/\/anwaltstag.de\/de\/\"> 68. Deutschen Anwaltstages<\/a> <em>Innovationen &amp; Legal Tech<\/em> wies den angereisten Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lten aus ganz Deutschland f\u00fcr drei Tage den Weg in die digitale Zukunft. Die j\u00e4hrliche Tagung des anwaltlichen Traditionsvereins richtete sich an die ca. 6.600 in 250 Ortsgruppen organisierten Mitglieder des DAV. Etwa 1.700 Frauen und M\u00e4nner, von deutschlandweit \u00fcber 165.000 zugelassenen Rechtsanw\u00e4lten und Notare, folgten dem Ruf Ihres Pr\u00e4sidenten <a href=\"https:\/\/anwaltverein.de\/de\/ueber-uns\/ehrenamt\/articles\/ehrenamt-details\/raun-ulrich-schellenberg\">Ulrich Schellenberg<\/a> und vielen namhaften Referenten sowie den Ausstellern der traditionell in diesem Rahmen stattfindenden <a href=\"http:\/\/anwaltstag.de\/de\/advotec\/aussteller\">AdvoTec<\/a>.<\/p>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Zwischen Print und App<\/strong><\/span><\/h5>\n<p>Die auf Digitalisierung fokussierte Veranstaltung wurde mit dem organisatorischen Hinweis eingeleitet, dass die thematische Beilage der NJW leider nur in gedruckter Form vorliegt, aber sich jeweils ein Exemplar in der ausgegeben Tagungstasche befindet.\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"5576\" data-permalink=\"https:\/\/www.legalprofession.de\/index.php\/dat2017-innovationen-legaltech\/tagungstasche-dat-2017\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Tagungstasche-DAT-2017.jpg?fit=1374%2C1056&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1374,1056\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;iPhone 6s&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1495877003&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.15&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;100&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.03030303030303&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Tagungstasche DAT 2017\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Tagungstasche-DAT-2017.jpg?fit=770%2C592&amp;ssl=1\" class=\"alignleft wp-image-5576\" style=\"font-size: 16px;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Tagungstasche-DAT-2017.jpg?resize=400%2C307&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Tagungstasche-DAT-2017.jpg?resize=300%2C231&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Tagungstasche-DAT-2017.jpg?resize=1024%2C787&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Tagungstasche-DAT-2017.jpg?resize=600%2C461&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Tagungstasche-DAT-2017.jpg?resize=1170%2C899&amp;ssl=1 1170w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Tagungstasche-DAT-2017.jpg?w=1374&amp;ssl=1 1374w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Digitale Dokumente\u00a0sind jederzeit in unbegrenzter Anzahl verf\u00fcgbar und m\u00fcssen nicht einmal umst\u00e4ndlich umher getragen werden. Das ist ein Vorteil, auch wenn die Tagungstasche, in Anlehnung an einen Jute-Beutel, in diesem Jahr sogar ziemlich hip wirkte.\u00a0Als weiteres digitales Highlight wurde die App angek\u00fcndigt, die eigens f\u00fcr den DAT programmiert wurde. Man wurde ermutigt, sich dort zu personalisieren, mit anderen Teilnehmern zu vernetzen, E-Mails zu versenden, sogar \u00a0zu chatten, sich sein digitales Programm zusammenzustellen und die besuchten Veranstaltungen in Anschluss zu bewerten. Die Nutzung dieses digitalen Angebotes wurde vor allem von den Veranstaltern und Referenten genutzt. Die Teilnehmer markierten, unter Verwendung eines mit einem beliebigen Ausstellerlogo versehenen Kugelschreibers, in bew\u00e4hrter Form die Fachvortr\u00e4ge im Programmheft und addierten dort schon mal die als fachliche Weiterbildung anrechenbaren Stunden.<\/p>\n<p>Eine App ist sinnvoll, wenn sie einen sp\u00fcrbaren Mehrwert bietet. Wenn man das Programmheft ohnehin am Eingang in die Hand bekommt und im Rahmen der Veranstaltung die Gelegenheit hat, pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che zu f\u00fchren, dann ist sie entbehrlich. H\u00e4tte man in der App allerdings einen Downloadbereich f\u00fcr die angek\u00fcndigten Skripte eingerichtet und h\u00e4tten die AdvoTec \u00a0Aussteller die App als Plattform f\u00fcr ihre digitalen Angebote genutzt, dann w\u00e4re die Application sogar \u00fcber die drei Veranstaltungstage hinaus sehr n\u00fctzlich gewesen.<\/p>\n<blockquote><p>Tipp f\u00fcr den n\u00e4chsten DAT: Fotografieren Sie w\u00e4hrend der Veranstaltung mit Ihrem Smartphone die Folien, denn die meisten Skripte werden dann doch nicht wie versprochen zum Download bereit gestellt.<\/p><\/blockquote>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Das Thema: Innovationen &amp; Legal Tech<\/strong><\/span><\/h5>\n<p>Ein Zukunftsthema ist immer eine Herausforderung, denn ist es zu bef\u00fcrchten, dass in der Zukunft nichts mehr so ist, wie man es kennt. Zukunft verlangt Anstrengung, Ver\u00e4nderung und Anpassung. Zudem verbindet\u00a0 man den Begriff <em>Innovationen<\/em>\u00a0 nicht spontan mit der rechtsberatenden Zunft. Aber hier fand sich der Anwalt nicht einmal im Titel wieder, stattdessen springt ihm dieses englische <em>Legal Tech<\/em> ins Auge.\u00a0Manch Teilnehmer hat sich wohl gefragt, ob er sich bei diesem Thema \u00fcberhaupt angesprochen f\u00fchlen sollte. Ist das nicht vielleicht eher etwas f\u00fcr die anderen, f\u00fcr diese Lawyer, die Wirtschaftsjuristen, ParaLegal \u00a0und Wirtschaftsanw\u00e4lte, also die aus den Gro\u00dfkanzleien?<\/p>\n<blockquote><p><em>Ein Referent fragte vor Beginn interessiert in die Runde: \u201eIst jemand aus einer Gro\u00dfkanzlei hier?\u201c\u00a0 Eine Dame melde sich etwas zaghaft. \u201eSie d\u00fcrfen bleiben!&#8220; schallte es lachend vom Podium.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Es gibt kaum einen Wirtschaftszweig, der so heterogen ist wie der juristische Bereich, deshalb bekommt hier auch jeder sein eigenes St\u00fcckchen Zukunft. Es gab bereits einige Zukunftsveranstaltungen (mit \u00fcberwiegend den gleichen Referenten), die vornehmlich ihre jeweilige Zielgruppe erreichten &#8211; den Wirtschaftsanwalt oder den Unternehmensjuristen oder nun auch den Allgemeinanwalt. \u00a0Bereits 2016 gab es den 1. Anwaltszukunftskongress in K\u00f6ln, initiiert von Wolters Kluwer und Soldan. Dort waren vornehmlich die Kanzleien vertreten, die den Digitalisierungsdruck bereits von ihren angloamerikanischen Mutterh\u00e4usern oder internationalen Mandanten zu sp\u00fcren bekommen, die gr\u00f6\u00dfere Budgets f\u00fcr technische L\u00f6sungen, und die englische Sprache bereits im Haus haben. Trotzdem war auch hier zu beobachten, dass man erst einmal abwartend guckt und abw\u00e4gend h\u00f6rt, was da so auf einen zukommt. Die deutschen Juristen warten, wie nicht anders zu erwarten, noch etwas skeptisch, was Ihnen denn die Zukunft bringt. Das Neue dringt eher von au\u00dfen, durch andere und nicht ohne Gegenw\u00e4hr in die Branche. Dies wiederum st\u00e4rkt die im Bauch angelagerte Bef\u00fcrchtung, dass diese digitale Transformation doch eher ein Risiko f\u00fcr den Berufsstand darstellt.<\/p>\n<blockquote><p>Ein Berufsstand, der seine Examensklausuren immer noch mit der Hand schreibt, und sich damit bestens f\u00fcr seine Arbeit bei Gericht qualifiziert, der sich zudem tagt\u00e4glich damit auseinandersetzt, was passiert, wenn man sich nicht an bestehende Regeln und Gesetze h\u00e4lt, der wird von sich heraus kein Treiber von Ver\u00e4nderungen werden.<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_5585\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.soldan.de\/insights\/anwaelte-verbinden-mit-legal-tech-mehr-risiken-als-chancen\/ \"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5585\" data-attachment-id=\"5585\" data-permalink=\"https:\/\/www.legalprofession.de\/index.php\/dat2017-innovationen-legaltech\/berufsrechtsbarometer\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Berufsrechtsbarometer.jpg?fit=850%2C496&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"850,496\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Berufsrechtsbarometer\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Berufsrechtsbarometer.jpg?fit=770%2C449&amp;ssl=1\" class=\"wp-image-5585\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Berufsrechtsbarometer.jpg?resize=400%2C233&#038;ssl=1\" alt=\"Soldan Berufsbarometer\" width=\"400\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Berufsrechtsbarometer.jpg?resize=300%2C175&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Berufsrechtsbarometer.jpg?resize=600%2C350&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Berufsrechtsbarometer.jpg?w=850&amp;ssl=1 850w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5585\" class=\"wp-caption-text\"><em>Soldan Institut : Anw\u00e4lte sehen von sich heraus in Legal Tech mehr Risiken als Chancen<\/em><\/p><\/div>\n<p>Auf den ersten Blick sehen die Betroffenen in Legal Tech etwas, was von au\u00dfen und von anderen in den juristischen Bereich eindringt, ihn aufbrechen, wom\u00f6glich aush\u00f6hlen oder sogar abschaffen k\u00f6nnte. Eine Gefahr f\u00fcr den Berufsstand, ein Gesch\u00e4ftsrisiko f\u00fcr den Anwalt, irgendetwas aus Amerika, was auf Technik und Daten basiert, etwas Unbekanntes, das der Mandant\u00a0 auf keinen Fall wollen w\u00fcrde, das man mit allen Mitteln aufhalten muss &#8211; notfalls bem\u00fcht man das anwaltliche Berufsrecht. Irgendeinem der ca. 150.000 der BRAO und BORA verpflichteten Berufstr\u00e4gern wird da schon etwas einfallen. Das hat bei beA ja auch funktioniert, zwischenzeitlich jedenfalls. Bis der Gesetzgeber eine \u00fcberf\u00e4llige Entscheidung trifft, und damit die Anwaltschaft zum Handeln zwingt, kann man erfahrungsgem\u00e4\u00df alles aussitzen. Das sollte im Fall von Legal Tech nun anders werden &#8211; der DAV will sich \u00f6ffnen und jeden einzelnen Anwalt in diesem Berufsverband auf die Reise in die Zukunft mitnehmen. Und das tut Not, wie eine aktuelle Umfrage des Soldan Instituts zeigt. Ein Gro\u00dfteil der Anw\u00e4lte hat sich mit Legal Tech noch gar nicht besch\u00e4ftigt oder sieht es eher als Gefahr.\u00a0 Die Gefahr ist bei Unbekanntem ja bekanntlich am gr\u00f6\u00dften.\u00a0Und der Jurist liebt allein schon dieses Wort, f\u00fchlt er sich doch dazu berufen, Gefahren bei anderen zu erkennen und abzuwenden, nachdem er sie in den dunkelsten T\u00f6nen herauf beschworen hat. Das Thema des DAT war also gut gew\u00e4hlt. Der Deutsche Anwaltsverein widmet sich nun, neben der Bundesrechtsanwaltskammer und dem Bundesverband der Unternehmensjuristen, dem technologischen Fortschritt und seiner Auswirkungen f\u00fcr den Anwaltsmarkt. Ein engagierter Anfang.<\/p>\n<blockquote><p>In der Nachschau zum DAT fragte man die Mitglieder vorsichtshalber noch einmal, ob man das Thema weiter verfolgen sollte. Obwohl sich die Frage wohl gar nicht stellt, denn zum DAT 2018 ist zumindest beA schon verpflichtend anzuwenden. Der digitale Zug ist bereits auf der Schiene.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im besten Fall k\u00f6nnte das Engagement der Berufsverb\u00e4nde dazu beitragen, aus den noch stark abgegrenzten Segmenten des juristischen Marktes einen gemeinsam agierenden deutschen Rechtsdienstleistungsmarkt zu formen. Schlie\u00dflich hat man ja nun einen gemeinsamen Feind &#8211; die Legal Tech Unternehmen oder besser die Legal Tech Startups\u00a0 &#8211; das verbindet. Jede gute Geschichte braucht einen B\u00f6sewicht. Marketingstrategen wissen das. Die Legal Tech Firmen nehmen gezielt die Schw\u00e4chen der Anwaltschaft ins Visier &#8211; konservativ, unflexibel, intransparent, introvertiert, ineffizient und f\u00fcr den Mandanten gef\u00fchlt viel zu teuer. Die sonst so k\u00e4mpferischen Rechtsanw\u00e4lte finden (noch) wenig Argumente dagegen und scheitern leider an ihrer mangelnden Selbstdarstellung oft auch schon am Selbstbewusstsein oder gar am Selbstverst\u00e4ndnis. Marketing, vor allem Selbstmarketing, ist dem Anwalt immer noch fremd, was im Angesicht des Feindes nun sehr offen zu Tage tritt. \u00dcbrigens, sich selbst toll zu finden und die Juristierei als einzig wahre Profession anzusehen, ist kein Selbstmarketing, sondern mangelnde Selbstreflexion.<\/p>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\">Legal-Tech-StartupCorner<\/span><\/h5>\n<p>Die Unternehmen, die sich mit digitalen L\u00f6sungen und Gesch\u00e4ftsfeldern im juristischen Bereich besch\u00e4ftigen,\u00a0 stecken selbst noch in den Kinderschuhen und so haben sie auf dem DAT innerhalb der AdvoTec auch eine Ecke bekommen, in der sie sich vorstellen durften.\u00a0 Auf Englisch klingt das positiver: <em>Legal-Tech-StartupCorner.<\/em>\u00a0Dort traf man u.a.: <a href=\"https:\/\/www.jurato.de\/\">Jurato<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.talentrocket.de\/\">TalentRocket<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fragrobin.de\/\">FragRobin<\/a>, Vertragsmacher, Helix, <a href=\"https:\/\/streamlaw.de\/\">Streamlaw<\/a>, <a href=\"https:\/\/comidio.de\/\">Comidio<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.lawlift.de\/\">Lawlift<\/a>, <a href=\"https:\/\/rechtsmart.de\/\">Rechtsmart<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.glasapfel.de\/\">Glasapfel<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.rechtsanwalt.com\/\">ArenoNet<\/a>, <a href=\"http:\/\/caspier.de\/\">Caspier<\/a>, <a href=\"http:\/\/legalvisio.de\/\">Legalvisio<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.hdcm.de\/de\/home\/\">HDCM<\/a>, jure SPM, <a href=\"http:\/\/www.unentgeltliche-rechtsauskunft.ch\/\">HB Group<\/a>,\u00a0Advotools und <a href=\"http:\/\/www.tresordata.de\/\">TresorData<\/a><\/p>\n<p>Die Angebote kann man in verschiedene Gruppen gliedern: Programme zur Unterst\u00fctzung der Mandatsarbeit und zur Kanzleiorganisation, Plattformen zur Vernetzung, insbesondere zwischen Anwalt und Mandant, digitale Speicher und Kommunikationswege und schlie\u00dflich Software, die Rechtsdienstleistungen im weitesten Sinne selbst erledigen kann.\u00a0Eine aktuelle Liste der deutschen Legal Tech Startups finden Sie hier: <a href=\"http:\/\/tobschall.de\/public\/images\/pages\/legaltech\/german_legaltech_2017-04-03.png\">Tobschall &#8211; Legal Tech<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Dass auch die Eigenwerbung der Newcomer nicht immer ganz gelungen war, sah so mancher Anwalt beim Vor\u00fcbergehen auf den ersten Blick. \u201eSie garantieren mir den besten Arbeitsrechtler in meiner Stadt? Ganz d\u00fcnnes Eis, rief die Anw\u00e4ltin dem jungen Mann am Messestand zu, wie wollen Sie das denn garantieren? \u201eWo steht das? Ach, das ist doch nur der Spruch auf unserem Werbebanner!\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\">Was ist Legal Tech?<\/span><\/h5>\n<p>Die eingangs erw\u00e4hnte Beilage der NJW enth\u00e4lt ein Glossar, das den Begriff Legal Tech zwar nicht auff\u00fchrt, aber beim Lesen der ausf\u00fchrlichen Artikel und Beitr\u00e4ge zu dem Thema weiterhilft.<\/p>\n<p>Legal Tech ist die Verbindung von Recht und Technologie. Technisierung und Digitalisierung sollen genutzt werden, um juristische Dienstleistungen in guter Qualit\u00e4t, kosteng\u00fcnstig, transparent, schnell, unabh\u00e4ngig von Ort und Zeit jedem B\u00fcrger zug\u00e4nglich zu machen. Dies passiert durch Einsatz modernster Datenverarbeitungs- und Speicherl\u00f6sungen, durch Standardisierung, Datenanalyse und in erster Linie durch Masse. Erst die Masse an F\u00e4llen erm\u00f6glicht durch Datenanalyse valide Zahlen und L\u00f6sungen abzuleiten. Nur die Masse an Mandaten erm\u00f6glicht die Nutzung der technischen Voraussetzungen und die Gewinnung des notwendigen Know how. Erst die Identifizierung von Routinen macht es m\u00f6glich, immer wiederkehrende Abl\u00e4ufe auf Maschinen wie Watson, Leverton oder Anwalts-Ross zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<blockquote><p>Aber jeder Fall ist anders! h\u00f6rt man den Anwalt warnend rufen.<\/p>\n<p>Ja, aber viele F\u00e4lle sind \u00e4hnlich, die hast du nur nicht auf deinem Schreibtisch, entgegnet der BWLer.<\/p>\n<p>Ich\u00a0habe die Daten schon in meiner Cloud gespeichert,\u00a0 lacht der IT-ler.<\/p>\n<p>Aber nur ich darf zu Gericht gehen, frohlockt der Anwalt.<\/p>\n<p>Dazu wird es gar nicht erst kommen, kontert der BWLer.<\/p>\n<p>Ich habe die Daten schon ausgewertet, meldet der IT-ler.<\/p>\n<p>Aber der Mandant vertraut mir pers\u00f6nlich, erwidert der Anwalt.<\/p>\n<p>Aber nur bis er merkt, dass er bei mir Geld und Zeit spart, entgegnet der BWLer.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem redet der Mandant auch mit einem Chatbot, zwitschert der IT-ler.<\/p>\n<p>Aber ich fahre mit dem Mandanten und seiner Familie in meinem Boot, also rein privat\u2026<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Spiel k\u00f6nnen Sie gern aus Ihrer ganz pers\u00f6nlichen Sichtweise weiterf\u00fchren, vergessen Sie aber nicht, dass stets der Mandant der Gewinner sein sollte.<\/p>\n<p>Ein Best Practice wurde in der Fachgruppe Arbeitsrecht vorgestellt. Die Wirtschaftskanzlei CMS greift das aktuell brennende Thema Fremdpersonaleinsatz auf und entwickelt aus der vorhandenen Masse an F\u00e4llen das Programm <a href=\"https:\/\/cms.law\/de\/DEU\/Online-Services\/CMS-Digital\/Einsatz-von-Fremdpersonal\">FPE.<\/a><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Zur Vermeidung von Scheinselbstst\u00e4ndigkeit und von sogenannten Scheinwerk- \/ Scheindienstvertr\u00e4gen hat CMS das onlinebasierte Produkt FPE (Fremdpersonaleinsatz) entwickelt, mit dem Ihr Unternehmen in nur wenigen Minuten eine belastbare Pr\u00fcfung des Einsatzes von Fremdpersonal vornehmen kann. FPE basiert auf den Erkenntnissen und Erfahrungen, die CMS in vielen Tausend vormals \u201eh\u00e4ndisch\u201c gepr\u00fcften realen Situationen\u00a0gewonnen hat.&#8220; Website \u00a0<a href=\"https:\/\/cms.law\/de\/DEU\/Online-Services\/CMS-Digital\/Einsatz-von-Fremdpersonal\">FPE<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5587\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Podium-DAT2017-300x209.jpg?resize=400%2C278&#038;ssl=1\" alt=\"DAT 2017 Podium\" width=\"400\" height=\"278\" \/><\/p>\n<p>Noch sitzen aber die Juristen bei dem Thema Legal Tech auf der einen Seite und die Technologen auf der anderen. Der eine hat das Recht und die Zulassung, der andere hat die Technik und den Investor. Und so beobachtete der DAT Besucher zuweilen Juristen mit verschr\u00e4nkten Armen neben wild gestikulierenden Gr\u00fcndern. Ein konstruktiver Dialog kam leider kaum zustande. Zum Abschluss sagte der\u00a0 BWLer\u00a0 zum Anwalt: &#8222;Du wirst schon sehen, dass ich Recht habe!&#8220; \u00a0Was der Anwalt dachte, war nur zu ahnen.<\/p>\n<blockquote><p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung der Zukunft ist nicht die Bew\u00e4ltigung der Technik, sondern die Verhaltensanpassung der Menschen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Legal Tech ist die einerseits erzwungene und andererseits zwingende Allianz von zwei sehr verschiedenen Arbeitsfeldern, Wissensgebieten, Denkschulen, Herangehensweisen und Berufsgruppen. Man muss nun zusammenfinden.Innovationen entstehen zwar dort, wo Probleme sichtbar werden, aber sie gedeihen nicht auf dem Schlachtfeld, sondern k\u00f6nnen nur in\u00a0 einem kreativen Umfeld gemeinsam entwickelt werden. Irgendetwas mit Investorengeldern zu entwickeln, das Anwalt dann kauft, weil man ihm sagt, es ist besser als das, was er selbst kann, wird nicht funktionieren. Und die juristischen Felder, die g\u00e4nzlich ohne Anwalt auskommen, sind (noch) begrenzt.\u00a0Sich aber andererseits den technischen M\u00f6glichkeiten zu verschlie\u00dfen und vor allem die Bed\u00fcrfnisse der jungen Mandanten zu ignorieren, nur weil man eine Zulassung hat, wird zwangsl\u00e4ufig in den wirtschaftlichen Ruin f\u00fchren.<\/p>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Digitalisierung 4.0 &#8211; Branchenbeben<\/strong><\/span><\/h5>\n<p>Aber der Rechtsbereich ist nicht die erste Branche, der von Investoren einfach ein Tech hintendran geh\u00e4ngt wird. Mit FinTech &#8211; im Finanz- und Bankensektor und InsurTech &#8211; in der Versicherungsbranche \u00a0&#8211; haben seit einigen Jahren Startups die Digitalisierung von Produkten, Prozessen und Kommunikationswegen in beratungsintensiven Gesch\u00e4ftsfeldern voran getrieben.\u00a0\u00dcbrigens haben die Wirtschaftsanw\u00e4lte dort kr\u00e4ftig mitgemischt, schlie\u00dflich muss man ja bei den anderen schauen, ob alles rechtens ist und sich um Regulierung, Gewerblichen Rechtsschutz, Compliance und Datenschutz k\u00fcmmern. Das, was man dort extern beraten hat, trifft jetzt die eigene Branche. Das h\u00e4tte so mancher Jurist wohl gern vermieden, nicht nur, weil man sich selbst daf\u00fcr keine Honorarrechnungen stellen kann, sondern weil es viel zus\u00e4tzliche Arbeit macht. Das allerschlimmste ist aber, dass man etwas Gewohntes, was ja durchaus gut funktioniert (hat), nun \u00e4ndern soll. Und nur weil andere, die keine Zulassung haben, ja oft nicht einmal Juristen sind, neuerdings der Meinung sind, sie k\u00f6nnten sich ein St\u00fcck vom juristischen Kuchen abschneiden. Der Feind im Haus hei\u00dft <em>Legal Tech<\/em>.<\/p>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Digitalisierung kommt nicht, sie muss gemacht werden.<\/strong><\/span><\/h5>\n<p>Aber geht es denn bei der Digitalisierung des Rechtsmarktes wirklich nur darum, den anwaltlichen Wirkungskreis zu beschneiden? Geht es nicht vielmehr darum, den Zugang zum Recht f\u00fcr jeden B\u00fcrger zu erleichtern, die Kommunikation zwischen Ratsuchende und Beratern zu verk\u00fcrzen, zu verbessern, zu beschleunigen und transparenter zu machen? Geht es nicht eher um eine sichere Bearbeitung der Mandate, um eine qualit\u00e4tsgerechte und effiziente Kanzleiorganisation, die den Anforderungen des Berufsrechts und den Vorgaben von Compliance und Datenschutz gerecht wird? Sollte es nicht um Qualit\u00e4tssicherung, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) und eine Entlastung der Mitarbeiter gehen?<\/p>\n<p>Die AdvoTec\u00a0 zeigte einen guten \u00dcberblick, was technisch zuk\u00fcnftig m\u00f6glich und derzeit digital machbar ist, um Arbeitsprozesse zu optimieren, die Kommunikation zu verbessern, die Berater von Routinen zu befreien, die anwaltliche Beratungsleistung \u00a0zu unterst\u00fctzen und neue Mandanten zu gewinnen.\u00a0Aber der Anwalt muss die Dinge auch annehmen. F\u00fcr manche ist das schon eine Frage der Investitionskosten. Es gibt nichts geschenkt, nicht einmal eine unsichtbare Wolke. Will ich eine datensichere Cloud nutzen, entstehen monatliche Kosten. Bin ich als Notar gezwungen meine Urkunden zu archivieren, kostet mich allein der Scanner \u00fcber 1.000 Euro. Nicht mal die beA-Karte gibt es umsonst. Aber letztlich ist das Geld f\u00fcr die meisten doch zweitrangig.<\/p>\n<blockquote><p><em>Wenn eine mittelst\u00e4ndische Kanzlei seit \u00fcber einem Jahr eine ReFa mit sehr guten Englischkenntnissen sucht, nur weil alle zwei Monate mal ein Phonodiktat auf Englisch geschrieben werden soll, fragt man sich, ob denn die Nutzung von digitalen Schreib- und\u00a0 \u00dcbersetzungsdiensten nicht die kosteng\u00fcnstige Alternative w\u00e4re. Aber man diktiert noch auf Kassette und ist damit auch ganz zufrieden.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>In erster Linie ist es eine Einstellungsfrage. Man muss die neue Technik wollen, man muss davon \u00fcberzeugt sein, dass der Nutzen erheblich ist, dass man t\u00e4glich Zeit und Geld spart und im besten Fall Gewinn macht. Genau das wird aber bei den Produkten und Pr\u00e4sentationen oft nicht sichtbar. Was auch daran liegt, dass all das, was zwischen Aktenanlage, Texterfassung, Dokumentenbearbeitung und Kanzleiorganisation passiert, nicht von den Anw\u00e4lten selbst, sondern \u00fcberwiegend von ihrem Personal erledigt wird. Die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und vor allem die Fachwirte w\u00fcssten sehr wohl, was sie zur Unterst\u00fctzung ihrer Arbeit brauchen und wie es funktionieren sollte. Allerdings werden sie in diese Entwicklungen und Entscheidungen nicht eingebunden.<\/p>\n<blockquote><p><em>Der j\u00e4hrlich stattfindende <a href=\"https:\/\/www.soldan.de\/weiterbildung\/veranstaltungen\/rechtsfachwirttag\">Deutsche Rechtsfachwirttag<\/a> verzichtet \u00fcbrigens auch in diesem Jahr auf das Thema Legal Tech und k\u00fcmmert sich wie bisher um Kosten- und Geb\u00fchren, Fristen und Rechtsprechung.\u00a0<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>16% der k\u00fcrzlich von Soldan befragten Anw\u00e4lte denkt, dass die Digitalsierung nichtanwaltliches Hilfspersonal\u00a0\u00fcberfl\u00fcssig macht. Es ist nur zu hoffen, dass die anderen 84% wiessen oder zumindest ahnen, dass die Digitalisierung vor allem von dem gut qualifiziertem Kanzleipersonal durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<blockquote><p><em>Hast du schon so eine beA Karte beantragt? fragt der Anwalt bei Kartoffelsalat und W\u00fcrstchen sein Gegen\u00fcber. Ja, ich habe das meiner ReFa gegeben, die soll sich mal darum k\u00fcmmern. Sie kann dann auch diese beA-Schulung besuchen, sie will sich ja immer weiterbilden, antwortet er lachend und kauend.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5595 size-medium\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/DAT-Reno-238x300.jpg?resize=238%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"238\" height=\"300\" \/>Der Rechtsdienstleistungsmarkt hat ein eklatantes Nachwuchsproblem. Dass die Zahl der Zulassungen in der Anwaltschaft \u00a0seit dem Vorjahr fast stagniert (+0,42) wurde mit gro\u00dfer Besorgnis mehrfach auf dem DAT kundgetan, dass die Zahl der nichtanwaltlichen Mitarbeiter und vor allem der Auszubildenden in den ReNoPat-Berufen seit Jahrzehnten stark r\u00fcckl\u00e4ufig ist, wird (wenn \u00fcberhaupt) meist nur am Rande erw\u00e4hnt. Auf dem DAT 2017 erhielt \u00a0die ReNo nun kurz vor Veranstaltungsschluss auf der AdvoTec einen eigenen Programmpunkt. Man fragte sich in kleiner Runde, warum es denn keinen Nachwuchs f\u00fcr diesen doch so tollen Beruf gibt?<\/p>\n<blockquote><p><em>Die Bemerkung eines Kanzleieigners: \u201eDas bisschen Tippen kann ich dann auch noch selber machen, mit der Digitalisierung werden die doch sowieso \u00fcberfl\u00fcssig.\u201c bringt die Sache auf den Punkt und wird nur von der Aussage einer ReFa getoppt: \u201eIch will nicht in einem Umfeld arbeiten, in dem man immer angeschrien wird.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist nicht (nur) das Geld, was den Beruf f\u00fcr junge Menschen unattraktiv und teilweise sogar inakzeptabel erscheinen l\u00e4sst. Aber Geld ist auch hier die einzige Idee, dem Nachwuchsmangel zu begegnen. Eine bessere Ausbildungsverg\u00fctung ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig, aber keine L\u00f6sung des Problems.<\/p>\n<p>Wie ernst die Lage ist, wurde in der Fachgruppe Notariat erschreckend deutlich. Man fand klare Worte aber auch hier keine L\u00f6sung. Thema der Notare war das<a href=\"https:\/\/www.bmjv.de\/SharedDocs\/Gesetzgebungsverfahren\/BGBl\/BGBl_Neuordnung_Aufbewahrung_Notariatsunterlagen.pdf;jsessionid=D28CF8A4B8E52C83019CA726FE610AEF.2_cid324?__blob=publicationFile&amp;v=3\"> &#8222;<em>Gesetz zur Neuordnung und Aufbewahrung von Notariatsunterlagen und zur Einrichtung des Elektronischen Urkundenarchivs bei der Bundesnotarkammer.&#8220;<\/em> <\/a>Die Einrichtung eines zentralen, digitalen Urkundenarchivs erledigt man nicht mal so nebenbei und auch nicht irgendwie, das ist ein Gro\u00dfprojekt f\u00fcr das, so viel steht fest, kein zus\u00e4tzliches Personal vorhanden ist. In der Fachgruppe sch\u00e4tz man, dass die Digitalisierung der Urkunden in pro Notar eine zus\u00e4tzliche Fachkraft beansprucht. Zum fachgerechten Scannen der Papierurkunden besch\u00e4ftigt man schon zus\u00e4tzlich Bibliothekare, die sind darin ge\u00fcbt und haben die Digitalisierung ihrer Best\u00e4nde schon hinter sich. Aber die sachliche Erschlie\u00dfung der Urkunden muss von einer Fachkraft erledigt werden, die beim Notar angestellt ist.<\/p>\n<blockquote><p>Hier ein Hinweis von der Recruiterin: Es hilft nichts, Stellenanzeigen zu schalten, es gen\u00fcgt auch nicht, die Brieftasche aufzumachen, der Markt ist seit Jahren ausgebrannt. Hier muss man sich einmal gemeinsam in eine Kammer setzen und eine Strategie entwickeln.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ansonsten ist das Elektronische Urkundenarchiv aber die richtige Entscheidung, denn vor dem Einsatz von all diesen tollen technischen M\u00f6glichkeiten, Maschinen und Wolken steht immer das Aufr\u00e4umen und Ordnen. Insofern m\u00fcssen sich alle darauf einstellen, dass die Digitalisierung in den n\u00e4chsten Jahren sehr viel mehr Arbeit mit sich bringt, Geld, Zeit und Geduld kostet. Von den Legal Tech Anbietern w\u00fcnscht man sich an der Stelle wesentlich mehr Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit. Sicher ist vieles ganz toll, aber erst in der Zukunft. Das besondere am juristischen Bereich ist, dass der Anwalt sein Wissen in seinem Kopf hat. Nur er wei\u00df, wie er seine Mandate bearbeitet und seine Kanzlei organisiert, er entscheidet, welche Aufgabe er abgibt und wie diese dann zu erledigen ist. Der Anwalt hat die Kanzleiorganisation in seinem Kopf. Wie schwer es ist, an dieses Wissen heran zu kommen, erleben all die, die sich um die Erstellung von Kanzleihandb\u00fcchern und um die Einf\u00fchrung von Qualit\u00e4tsmanagementsystemen im Rahmen der ISO-Zertifizierung bem\u00fchen. Meist sind dies \u00fcbrigens die Rechtsfachwirte. Das es nun Branchenfremden ad hoc gelingen sollte, solche fremden Dinge wie Cloud, blockchain, smart contracts und k\u00fcnstliche Intelligenz in das Kanzleimanagement zu integrieren, ist eher unwahrscheinlich.<\/p>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Hoch zu Ross<\/strong><\/span><\/h5>\n<p>Die Ank\u00fcndigungen von Blockchain, Cloud, k\u00fcnstlicher Intelligenz, Chatbots und Roboter-Anwalt Ross geh\u00f6ren durchaus zu einem innovativen Kongress, sind aber dennoch Zukunftsmusik. Der Anwalt hat hier und jetzt ganz andere Probleme. Da steht immer noch diese beA vor der T\u00fcr, die Notare geben auf einmal den Takt vor und wollen jetzt auch noch das Urkundenarchiv digitalisieren. In der Fl\u00e4che schlie\u00dfen derweil kleinere Amtsgerichte aufgrund von Unwirtschaftlichkeit und machen aus dem Allgemeinanwalt einen Alleinanwalt. Und dann f\u00e4hrt man auf dem Weg nach Essen immer noch durch W-LAN-freie Zonen.\u00a0<span style=\"font-size: 16px;\">Die Wirklichkeit liegt irgendwo zwischen Roboter-Anwalt Ross und Rosskur f\u00fcr den Anwalt.\u00a0<\/span><\/p>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\">Arbeit zwischen Industriemuseum und Digitalisierung<\/span><\/h5>\n<p style=\"font-size: 16px;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"5277\" data-permalink=\"https:\/\/www.legalprofession.de\/index.php\/essen-und-zechen\/zollverein\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_69262724_XS.jpg?fit=425%2C282&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"425,282\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;PattySia - Fotolia&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;PattySia - Fotolia&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Zollverein&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Essen und Zechen\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Essen und Zechen&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_69262724_XS.jpg?fit=425%2C282&amp;ssl=1\" class=\"wp-image-5277 alignright\" style=\"font-size: 16px;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_69262724_XS.jpg?resize=400%2C265&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_69262724_XS.jpg?resize=300%2C199&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Fotolia_69262724_XS.jpg?w=425&amp;ssl=1 425w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/p>\n<p>Mit dem DAV 2017 \u00a0ist das Thema Digitalisierung nun in der Fl\u00e4che angekommen. Weit weg vom <a href=\"https:\/\/berlinlegal.tech\/\">Legal Tech Hackerton<\/a> in Berlin und <a href=\"http:\/\/legaltech-frankfurt.de\/2017\/03\/28\/2-legal-technology-innovation-meetup-stoesst-in-frankfurt-auf-grosses-interesse\/\">Legal Tech Meetup<\/a> in Frankfurt am Main konnte jedes DAV-Vereinsmitglied drei Tage lang in Essen \u00fcber seinen Platz im Anwalt\u00a7universum nachdenken.\u00a0Im Anblick der Alten Zeche Zollverein wurde wohl jedem klar, dass das Zeitalter der Industrialisierung nun Geschichte ist. Das Gel\u00e4nde wurde museal erschlossen und demonstriert massiv und kraftvoll die k\u00f6rperliche Arbeit, ja fr\u00fcher war sie noch sichtbar. Die Arbeit &#8211; das, was unser Leben so vehement bestimmt &#8211; hat sich langsam verfl\u00fcssigt, verlangt nach Gleitzeit, virtuellen R\u00e4umen und k\u00fcnstlicher Intelligenz. Digitale Arbeit ist nicht sichtbar, schwer fassbar, sie flie\u00dft dahin mit den Datenstr\u00f6men und mit ihr unser Leben. Alles wird schneller, komplexer, vernetzt sich und verschwindet irgendwann in der Cloud.<\/p>\n<h5><span style=\"color: #ff0000;\">Die Rolle des Anwalts in der digitalen Gesellschaft<\/span><\/h5>\n<p>Der Rechtsanwalt wird nicht \u00fcberfl\u00fcssig! Die Anwaltschaft muss sich nur ihrer gesellschaftlichen Rolle im Zusammenhang mit Innovationen und Digitalisierung bewusst werden. Der Anwalt vertritt nicht nur seinen Mandaten, sondern auch die vernetzte menschliche Gesellschaft. Hier besteht eine enorme Erwartungshaltung, nicht nur vom Mandanten, der ein Filesharing Problem hat, sondern von der Justiz, der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft. Wie keine andere Berufsgruppe, sind die Juristen gefordert, die Digitalisierung der Gesellschaft zu begleiten, zu regulieren und menschlich zu gestalten. Bessere Technik, macht nicht zwangsl\u00e4ufig besseres Recht, wie die Arbeitsgruppe auf dem DAT richtigerweise feststellte. Anstatt gegen Legal Tech zu k\u00e4mpfen, sich resigniert zur\u00fcckzuhalten oder gar zu kapitulieren, ist es die Zukunftsaufgabe der Juristen, f\u00fcr eine menschenw\u00fcrdige, digitale Gesellschaft\u00a0 einzutreten. Und da gibt es bereits in der Gegenwart sehr viel zu tun. Die Digitalisierung ist eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr die Anwaltschaft.<\/p>\n<div id=\"attachment_5591\" style=\"width: 780px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5591\" class=\"wp-image-5591 size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.legalprofession.de\/wp-content\/uploads\/Lobo-DAT-2017-1-1024x585.jpg?resize=770%2C440&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"770\" height=\"440\" \/><p id=\"caption-attachment-5591\" class=\"wp-caption-text\">Sascha Lobo, DAT 2107<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; #DAT2017 Innovationen &amp; LegalTech Am Westeingang der Essener Messe wehten Ende Mai wei\u00dfe Flaggen. Dies ist jetzt nicht gleich als Zeichen der Kapitulation zu deuten, die Fahnen trugen das rote Logo des DAV. Ein aufgespanntes Banner mit dem Motto des 68. Deutschen Anwaltstages Innovationen &amp; Legal Tech wies den angereisten Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lten aus&hellip; <a href=\"https:\/\/www.legalprofession.de\/index.php\/dat2017-innovationen-legaltech\">Continue reading&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[317],"tags":[462,402,399,23,119,347],"class_list":["post-5567","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kanzleiorganisation","tag-dat2017","tag-dav","tag-digitalisierung-4-0","tag-juristen","tag-kanzleimanagement","tag-legal-tech"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>#DAT2017 Innovationen &amp; LegalTech - LegalProfession\u00ae<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"#DAT2017 Innovationen &amp; LegalTech..Am Westeingang der Essener Messe wehten Ende Mai wei\u00dfe Flaggen. 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